Warum kam er immer frei?

+
Toni B. (33)

München - Vorsicht vor diesem Mann! Toni B. (33) setzt immer ein Mitleid erheischendes Gesicht auf, wenn er jemand bittet, zwei Euro zu wechseln. Seine gemeine Masche:

Zückt eines seiner Opfer den Geldbeutel, greift er mit geschickten Fingern nach den Geldscheinen und verschwindet.

Der aus der Stadt Buzau in Rumänien stammende Mann gehört zu einer Bande, die es auf die Schwächsten abgesehen hat: Betagte und behinderte Menschen, die sich nicht wehren können. Vorzugsweise sucht Toni B. seine Opfer in Friedhöfen oder vor Kliniken auf, wohl wissend, dass Menschen in Trauer oder in Sorge um ihre Angehörigen eher auf seine Mitleids-Masche hereinfallen und hilfsbereit den Geldbeutel öffnen. Er schreckte nicht einmal zurück, einen Schwerbehinderten (66) zu bestehlen, dessen Finger taub sind. 300 Euro schnappte er sich aus seinem Geldbeutel.

Angeklagt war Toni B. am Montag vor dem Amtsgericht wegen sieben Fällen des besonders schweren Diebstahls. „Das ist nur die Spitze des Eisbergs“, betont Hauptkommissar Mayer vom K 65. 125 Fälle wurden allein in München aktenkundig. Das Problem für die Ermittler: „Die meisten Opfer können sich an das Gesicht des Täters nicht mehr erinnern.“ Dennoch konnte Toni B. schon letztes Jahr überführt werden.

Das Gericht ließ ihn laufen: Nur sieben Monate auf Bewährung! Am 8. September wurde er wieder auf frischer Tat ertappt. Doch der Ermittlungsrichter ließ ihn am Folgetag wieder laufen. Am 7. Oktober wurde er erneut verhaftet. Am Montag kannte das Gericht keine Gnade mehr: 16 Monate Knast ohne Bewährung! Und die sieben Monate von 2009 muss er auch absitzen. Drei seiner vier Brüder sitzen übrigens auch im Knast.

Ermittler Mayer ist froh: „Seither haben wir keine Geldwechsel-Trickdiebstähle mehr."

E. Unfried

Auch interessant

Meistgelesen

Kommentare