Trotz Geständnis

Millionen veruntreut - Buchhalter-Ehefrau in Haft

München - Auch ihr Geständnis half ihr nichts: Weil sie mit ihrem Ehemann vier Millionen Euro veruntreut haben soll, muss eine Buchhalter-Gattin hinter Gitter.

Weil sie zusammen mit ihrem Ehemann rund vier Millionen Euro veruntreut haben soll, ist die Frau eines Buchhalters zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Das Amtsgericht München wertete das Geständnis der 54-Jährigen am Donnerstag zu ihren Gunsten. Die Staatsanwaltschaft hatte drei Monate Freiheitsstrafe mehr gefordert. Von den Kontobewegungen auf ihr oder ein gemeinsames Konto zwischen 2008 und 2013 habe die Angeklagte gewusst, sagte der Richter. Auch wenn sie ihr Mann auf mehrmalige Nachfrage im Unklaren gelassen habe, „hätten Sie das in der Form nicht geschehen lassen dürfen. Sie hatten die Kontoverfügung“, sagte er zu der Angeklagten.

Durch das veruntreute Geld habe sich die Frau von ihrem Mann laut Anklage unter anderem Kenia-Reisen und ein Auto finanzieren lassen. „Sie waren seit 2006 arbeitslos und trotzdem ist Ihr Lebensstandard immer weiter gestiegen“, betonte die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer. „Sie haben die Kontrolle bewusst vollkommen aus der Hand gegeben.“ Die Anklage war allerdings noch davon ausgegangen, dass die Frau über jede einzelne der Transaktionen Bescheid gewusst habe. Die Verurteilung bezieht sich nun auf die Untätigkeit der Frau, also lediglich einer Beihilfe zu rund 1400 Fällen.

Seine Mandantin sei nicht stark genug gewesen, um sich von ihrem Mann zu lösen und ein neues Leben anzufangen, sagte der Anwalt der Frau. Erschwerend hinzugekommen sei dabei ihre Arbeitslosigkeit und der zu Alkohol und Gewalt neigende Ehemann. Zudem hätten die Firmen, für die der Buchhalter arbeitete, ein gewisses „Mitverschulden“, da sie den Betrug erst nach Jahren festgestellt hatten.

Der Ehemann der Verurteilten, der erst vor zwei Wochen - gut ein halbes Jahr nach seiner Frau - vorläufig festgenommen worden war, wollte gegen seine Frau nicht aussagen. Der Prozess gegen ihn soll zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden. Die Scheidung soll laut Ehefrau bald in die Wege geleitet werden.

dpa

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