Er organisierte eine Überraschung für seine Liebste

Münchner verzückt mit romantischer Geste aus 700 Kilometern Entfernung

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Christian Theissen (42) mit seiner Freundin Sabine (43). 

München - Der Münchner Christian Theissen wollte seiner Freundin eine liebevolle Überraschung bereiten. Doch zwischen den beiden liegen etwa 700 Kilometer. Wie es ihm trotzdem gelang:

Achtung, jetzt wird es ein bisschen romantisch. Ja, wir wissen, dass der Valentinstag schon wieder vorbei ist, deswegen ja... diese Geschichte hat damit nämlich nichts zu tun. Christian Theissen braucht keinen Valentinstag, um romantisch zu sein. Stattdessen hat sich der Münchner eine Woche vor dem Valentinstag eine Überraschung für seine Freundin Sabine (43) einfallen lassen - einfach so. 

Der 42-Jährige führt mit Sabine eine Fernbeziehung - 700 Autobahnkilometer trennen die beiden, um genau zu sein. Fährt man mit der Bahn, liegen zwischen Christian und Sabine zwischen sechs und sieben Stunden. Sie lebt in Kleve in Nordrhein-Westfalen nahe der niederländischen Grenze, er lebt in München. Sie sehen sich etwa einmal im Monat und telefonieren täglich. Das ist nicht immer einfach, weiß Theissen, weil man eben nicht da ist, wenn man einfach mal eine Umarmung braucht, ein Lächeln vom Partner live sehen will oder um einfach nur die Hand festzuhalten. 

Freundin liegt mit Grippe im Bett

Neulich war Sabine krank. Mit einer heftigen Grippe lag sie im Bett. Fieber, Gliederschmerzen - das ganze Programm. Da kam der Heißhunger auf was Süßes. Im Supermarkt, zu dem sie sich mühsam hinschleppte, war das süße Gebäck aber ausverkauft. Sie erzählte Theissen am Telefon davon und dieser dachte sich, wenn er schon nicht bei ihr sein kann, dann wollte er ihr wenigstens eine Freude machen. Doch mal eben so jemanden organisieren, der ihr ein Törtchen bringt, ist in Kleve gar nicht so einfach, wie Theissen feststellen musste. In München gibt es Services, die alles besorgen und liefern. In Kleve, einer Stadt mit weniger als 50.000 Einwohnern, sei das schon schwieriger. Doch Theissen ließ nichts unversucht: Er rief zuerst einen Pizzaservice an. Doch der lehnte ab. Zu komplizierter Auftrag. Dazu muss man wissen, dass Theissen seiner Freundin nicht nur ein kleines Törtchen, sondern auch Rosen organisieren wollte. Als nächstes versuchte er es bei einem Taxi-Unternehmen, doch dort verlangte man von ihm 85 Euro für den Auftrag. Auch wenn seine Freundin ihm viel bedeutet - das fand Theissen dann doch ein bisschen übertrieben.

Hilfe über Facebook

Manchmal ein Fluch, doch in diesem Fall ein Segen: die sozialen Netzwerke. Theissen fiel schließlich die Facebook-Gruppe „Du kommst aus Kleve wenn...“ ein. Eine Art Nachbarschaftsplattform, die es qausi für jeden Ort gibt und auf der man nach Antworten auf übliche Alltagsfragen sucht, wie  „Welchen Friseur könnt ihr empfehlen?“ Alles andere als alltäglich kam dann Theissens Beitrag daher, den er in die Klever Gruppe postete: "Hallo zusammen, meine Freundin ist krank. Wer hat Zeit und Lust eine Packung Törtchen und ggf. eine kleine Rose vor die Haustüre meiner Freundin zu legen? Bezahlen könnte ich per PayPal, Materialkosten zzgl. 10 Euro Aufwandsentschädigung. Lieben Gruß aus München", schrieb er. Große Erwartungen hatte er dabei nicht. Er habe einfach gehofft, dass sich jemand erbarmt, sagte er „RP Online“. 

Männer müssen zusammenhalten

Zu diesem Zeitpunkt saß Erik Lange im Pausenraum des Klever Supermarktes, bei dem er laut „RP Online“ arbeitet. In seiner Pause las er seine Facebook-Nachrichten und entdeckte den Beitrag. Er habe die Aktion süß gefunden. Keine zehn Minuten waren seit dem Post vergangen – und schon hatte Theissen einen Helfer gefunden. Lange besorgte geschwind die Rosen und die Törtchen aus dem Supermarkt und legte die Sachen nach Feierabend vor Sabines Tür. Männer müssten eben zusammenhalten.

Mission erfüllt: Erik Lange machte das Foto, nachdem er für Christian Theissen was Süßes und Rosen bei dessen Freundin vorbeigebracht hatte.

Die Aufwandsentschädigung lehnte er ab, Theissen überwies sie ihm trotzdem und war überwältigt: Nicht nur Erik Lange hatte ihm geschrieben, sondern auch über 100 andere Personen, darunter viele weitere freiwillige Helfer. „Die Reaktionen und die Hilfe, die mir angeboten worden ist, waren einfach überragend“, sagte er Merkur.de. Mehrere hundert Menschen liketen den Post und drückten ihr Entzücken in den Kommentaren aus.  Und wie reagierte Sabine? Per Telefon lotste ihr Freund sie aus dem Bett zur Haustür, wo sie die Überraschung fand. Sie habe sich riesig gefreut, dass ihr Freund sich die Zeit genommen und das alles von München aus organisiert hatte.

"Tolle Geste und dabei ist noch nicht mal Valentinstag", schrieb auch jemand unter seinen Post. Und Theissen antwortete, Valentinstag könne jeder – wichtig seien die anderen 364 Tage im Jahr.

lvp

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