Trotz Miet-Irrsinn

München lässt 156 Wohnungen leerstehen - dabei werden sie dringend gebraucht

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Eine Erdgeschosswohnung steht in der Müllerstraße 16 leer.

In München fehlen bezahlbare Wohnungen – und trotzdem stehen immer noch Immobilien, die sich im Besitz der Stadt befinden, leer. Insgesamt 156 Wohneinheiten sind seit mindestens über einem halben Jahr unbewohnt.

München - Das berichtet die Verwaltung jetzt in ihrem jährlichen Leerstandsbericht. Immerhin: Insgesamt hat sich die Zahl der ungenutzten Wohnungen in den vergangenen Jahren deutlich reduziert. Im Herbst 2013 kam die Stadt noch auf 647 betroffene Wohneinheiten. „Das entspricht einer Leerstandsreduzierung um rund 75 Prozent seit 2013“, heißt es in dem Bericht. 

„Baulich bedingter Leerstand“

Ein gewisser Leerstand sei aber unvermeidbar, so die Experten. Der Grund sind meist Modernisierungsmaßnahmen. „Beim weitaus größten Teil der leerstehenden Wohnungen handelt es sich um sogenannten baulich bedingten Leerstand“, heißt es in dem Bericht weiter. Ein Blick auf das Jahr 2016 zeigt: Die Stadt ist bemüht, ihre Planungen bei den Leerständen durch Baumaßnahmen einzuhalten. Von damals 193 leerstehenden Wohnungen, die bis zum Ende des Jahres 2017 wieder bewohnt werden sollten, war das bei 188 tatsächlich der Fall.

In insgesamt fünf Fällen konnte der Plan nicht eingehalten werden. Die Gründe: In der Quellenstraße 44 stehen zwei Erdgeschosswohnungen leer. Sie liegen direkt neben dem Auer Mühlbach und weisen an Zimmerböden und Außenwände immense Feuchtschäden auf. Die Wohnungen können in diesem Zustand nicht vermietet werden – eine Sanierung wäre derzeit nicht wirtschaftlich. Zwei weitere Wohnungen stehen in der Hinterbärenbadstraße 65 leer. Hier handelt es sich um zwei Senioren-WGs der Caritas, die mangels Nachfrage aufgelöst werden. Eine Erdgeschosswohnung steht zudem in der Müllerstraße 16 leer. Die Stadt hatte sie bei vier Vermietungsversuchen über ihre Vermittlungsplattform Sowon nicht vermieten können – jetzt versucht sie es bei Immobilienscout24.

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Ein besonders krasser Fall ist die Eversbuschstraße 155. Aus dem denkmalgeschützten Haus sind vor 17 Jahren die letzten Mieter ausgezogen – noch immer ist die Bausubstanz nicht überprüft. „Wenn die Stadt mit dem Gebäude nichts anzufangen weiß, soll sie es einer Genossenschaft anbieten“, fordert Grünen-Fraktionschefin Katrin Habenschaden.

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