Größter CO²-Verpester der Stadt

Trotz Öko-Wende: Mega-Kohlekraftwerk läuft weiter

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Das Mega-Kohlekraftwerk ist der größte CO²-Verpester der Stadt.

München - Die Stadtwerke (SWM) produzieren so viel Öko-Strom, wie alle Haushalte der Stadt und die SWM selbst mit U-Bahn und Tram verbrauchen. Warum wird dann das Mega-Kohlekraftwerk dann nicht abgestellt?

Seit dem Beschluss des Stadtrats von 2008 haben die SWM drei Milliarden Euro in die Kraft aus Wind, Wasser, Sonne und Erdwärme gesteckt. Weitere sechs Milliarden sollen bis 2025 folgen, damit die ganze Stadt samt Industrie gleich öko ist. „Die SWM sind nicht nur Vorreiter, sondern ein Leuchtturm, der nach ganz Deutschland ausstrahlt“, lobt Umweltstaatssekretär Florian Pronold (SPD) SWM-Boss Florian Bieberbach und seine Leute. Weil auch der SWM-Strom etwa auf hoher See erzeugt wird, sei die Energiewende nur mit Stromtrassen von Nord nach Süd zu schaffen.

Bürgermeister Josef Schmid (CSU), der als Wirtschaftsreferent das größte Tochterunternehmen der Stadt betreut, hält die Umwelt für einen wichtigen Wohlfühlfaktor in München: „Darum wollen wir heute feiern – und morgen wieder die Ärmel hochkrempeln.“

Darum wird das Mega-Kohlekraftwerk nicht abgeschaltet

Die Stadtwerke investieren Milliarden in ganz Europa für sauberen Strom – aber in der Stadt läuft das Mega-Kohlekraftwerk weiter! Das ist die wichtigste Kritik an der Öko-Offensive. Die ÖDP moniert, dass die Münchner und die hiesige Natur nichts davon haben. „Die SWM betreiben zwar Solar-, Wind- und Wasserkraftanlagen im In- und Ausland, aber dabei handelt es sich um reine Finanzanlagen“, ärgert sich Stadträtin Sonja Haider. FDP-Mann Michael Mattar kritisiert: „Die SWM investieren neun Milliarden Euro in Europa. Das Geld muss nach München umgeleitet werden.“ Greenpeace fordert mehr Solarstrom aus der Region.

Die Grünen tun sich mit Kritik schwer – nach 24 Jahren an der Stadtspitze. Aber auch sie wollen, dass die SWM das mit Steinkohle aus aller Welt betriebene Heizkraftwerk Nord bei Unterföhring vorzeitig abschalten – denn es ist der größte Kohlendioxid-Verpester der Stadt. Die ÖDP will 2025 aussteigen – und ließ deswegen nach der Wahl Rot-Grün sitzen! Jetzt haben SWM, CSU und SPD beschlossen, das Kraftwerk laufen zu lassen – wegen der Versorgungssicherheit für die Stadt und der Abschalt-Kosten von bis zu 600 Millionen Euro.

dac

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