Mit Beginn des Winterfahrplans

Trotz des Protests aus der Politik: MVV wird wieder teurer

Fahrschein-Stempelautomat
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Wieder einmal hat die MVV ihre Ticketpreise erhöht. 

Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs müssen sich erneut auf einen Anstieg der Ticketpreise einstellen - dabei soll der Zuschlag dieses Mal relativ moderat ausfallen. 

München - Erstmals seit Jahren sollen die MVV-Preise nicht so stark steigen wie gewohnt. Statt eines Zuschlags von rund drei Prozent werde es diesmal auf 1,8 oder 1,9 Prozent Preisanstieg mit Beginn des Winterfahrplans Mitte Dezember hinauslaufen, erfuhr unsere Zeitung. „Die Eins vor dem Komma ist sicher“, sagte ein Beteiligter. Abgesehen von einer Nullrunde im Jahr 2003 ist das der geringste Anstieg seit Jahrzehnten. Im Vorjahr lag der Anstieg bei 2,9 Prozent, in den Jahren davor bei 2,8 und 3,6 Prozent.

Beschlossen werden soll der neue MVV-Tarif für S- und U-Bahn, Tram und Bus am morgigen Freitag, wenn sich zum zweiten Mal die MVV-Gesellschafterversammlung trifft. Mitglieder sind Stadt, Freistaat sowie Vertreter der acht Landkreise im MVV-Gebiet.

Reiter und Schmid pochten auf eine Nullrunde

Ursprünglich sollte die Tariferhöhung schon vor zwei Wochen beschlossen werden. Doch hatten der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und der zweite Bürgermeister Josef Schmid (CSU) auf eine Nullrunde gepocht, während Vertreter der Bahn und des Freistaats gleich 3,5 Prozent mehr forderten. Eine Einigung gelang damals nicht. Als Kompromiss hatten Reiter und Schmid dann einen Zuschlag von 1,4 Prozent ins Gespräch gebracht, am Ende soll es jetzt auf einen Anstieg der Ticketkategorien von im Durchschnitt knapp unter zwei Prozent hinauslaufen.

Möglich wird dies, weil die Fahrgeldeinnahmen des MVV durch einen Zuwachs bei den Fahrgästen stärker gestiegen sind als kalkuliert. Was die Preiserhöhung konkret für die einzelnen Ticketkategorien bedeutet, ist noch nicht klar – der Preisanstieg bei manchen Zeit- und Tageskarten dürfte überdurchschnittlich sein, weil Schüler- und Ausbildungskarten weitgehend verschont werden sollen. Sicher ist offenbar, dass der Preis der Streifenkarte leicht steigt, von 13,50 auf 14 Euro. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren kostete sie noch 12 Euro, vor zehn Jahren zehn Euro. Die Streifenkarte wird im Jahr über acht Millionen Mal verkauft und ist eine der Haupteinnahmequellen des MVV.

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