Das Sauwetter nimmt kein Ende

So trotzen die Münchner Familien Regen und Kälte

München - Es ist so gemein! Die erste Pfingstferienwoche fiel in München ins Wasser. Jetzt war’s am Dienstag mit 19 Grad und Sonnenschein gerade mal einen Tag schön – und ab heute regnet es sich schon wieder ein.

 „Leider wird es bis zum Ende der Pfingstferien in München nicht mehr schön“, sagt Dominik Junk von wetter.net. Das Sauwetter nimmt einfach kein Ende!

„Wir in Mitteleuropa kleben zwischen einem Warmluft-Gebiet in Osteuropa und feuchter Mittelmeerluft aus dem Westen – und dazwischen bilden sich schon seit Wochen immer wieder lokale Tiefs“, erklärt Wetterexperte Jung die missliche Lage.

Da gibt’s leider auch nichts schön zu reden – im Gegenteil: München wie auch ganz Bayern steht in den nächsten Tagen sogar noch besonders schlecht da. Jung: „Da regnet sich das Tief richtig aus. In München erwarten wir bei 12/13 Grad bis zu 50 Liter Regen pro Quadratmeter.“ Im Voralpenland herrsche mit noch einmal deutlich mehr Regen Unwetter- und damit weiter Hochwassergefahr! Und ganz oben in den Bergen schneit’s und schneit’s: Der Stubaier Gletscher meldete am Dienstag 35 Zentimeter Neuschnee (insgesamt 1,90 Meter) und damit allerbeste Skifahr-Bedingungen …

Für die Schulkinder sind diese Ferien wahrlich ein Reinfall. Die tz hat sich mal in München nach Familien umgesehen. Die sind sich einig: Uns reicht’s! Wir haben gefragt: Wie verbringen Sie die Schmuddelwetter-Ferien?

Geburtstag auf Olympiaturm

An ihrem 8. Geburtstag hätte sich Maria mehr Sonne gewünscht. „Immer nur Regen ist echt blöd. Ich konnte mein neues Fahrrad gar nicht ausprobieren“, ärgert sich die Schülerin aus Feldafing (Kreis Starnberg). Damit die Ferien trotzdem nicht zum Reinfall werden, haben sich ihre Eltern, Anna-Maria (47) und Tom Messerschmidt (48), ein Ausflugsprogramm überlegt. Am Geburtstag ging es mit Oma Esperanza Bauer und Bruder Julius auf den Olympiaturm. „Das hatten wir ­sowieso geplant. Und der Ausblick war super – auch bei grauem Himmel“, sagt die Mama. In den nächsten Tagen sind noch Kurztrips ins Salzbergwerk und ins Deutsche Museum geplant.

Sealife und Kino statt Camping

Für Familie Artz-Wolff ist der Pfingsturlaub regelrecht ins Wasser gefallen. Eigentlich war alles schon lange geplant: Zelten in Salzburg stand auf dem Programm. „Aber bei dem schlechten Wetter haben wir uns das gleich ganz gespart. Jetzt machen wir eben zu Hause das Beste aus dem Ferien“, sagen Christel Artz (44) und Udo Wolff (46). Und das sieht bei den vier Augsburgern folgendermaßen aus: Zuerst steht ein Besuch im Sealife im Olympiapark an. Hier gibt’s zwar auch viel Wasser, aber nass werden nur die Fische in den Aquarien. In den nächsten Tagen ist noch ein Ausflug nach Bad Reichenhall ins Salzbergwerk geplant. „Und vielleicht dürfen wir im Kino auch noch einen Film anschauen“, hoffen die beiden Kinder Lisa (10) und Fabian (12).

Ein Eis muss in den Ferien trotzdem sein!

Draußen ist es für lustige Nachmittage in der Eisdiele viel zu kalt. Ganz auf Eis essen verzichten, kommt für Familie Zeuß aus Germering (Kreis Fürstenfeldbruck) aber auch bei frostigen Temperaturen nicht in Frage. Lilly (8) und Emma (7) haben den Ausflug ins Café deshalb ins Olympia-Einkaufszentrum verlegt. Hier gibt’s schließlich auch Eis – und neue Klamotten. Trotzdem hoffen die beiden Mädels auf gutes Wetter: „Wir wollen endlich mit unserem Waveboard fahren. Das konnten wir in den Ferien nur einmal ausprobieren.“ Mama Sonja Zeuß würde gerne eine Radtour unternehmen. Die 37-Jährige hat aber auch Ideen für Regentage: „Wir waren schon im Westbad, und demnächst wollen wir uns die Kaulquappen am See anschauen.“

Plantschen, ohne nass zu werden

Luisa (8), Eva (10), Tim (10) und Jakob (14) haben rausgefunden, wie man auch bei Regen draußen spielen kann, ohne nass zu werden: Die vier Schüler toben in großen Kunststoffbällen über den Olympiasee. Was für ein Spaß! Die Großeltern Karin und Volkart Rieß schauen begeistert vom Ufer aus zu. „Bei diesem Wetter ist es gar nicht so einfach, etwas mit Kindern zu unternehmen. Am Montag waren wir schon in der Therme Erding. Da war die Hölle los“, erzählen Anja (37) und Jörg Rieß (40). Die Familie aus Mistelgau (Kreis Bayreuth) macht auf der Rückfahrt aus Österreich noch einen kleinen Zwischenstopp in München. Aus dem erhofften Besuch im Tierpark Hellabrunn wurde leider nichts. „Da ist es uns einfach zu kalt. Im Sealife haben wir zumindest viele Fische gesehen“, so Anja Rieß.

nba/bea

Rubriklistenbild: © Kruse

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