Park-Posse in der Messestadt

Blaue Zone: Anwohner in Riem müssen Auto ständig umparken

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In Riem gibt es jetzt die „Blaue Zone“.

München - Zwei Stunden Höchstparkdauer - selbst für Anwohner: In Riem spielt sich gerade eine unglaubliche Park-Posse ab.

Eigentlich fühlt sich Feriz Kryeziu (41), Garagenwart und Busfahrer, in Riem ganz wohl. Doch seit Februar haben er und Hunderte Nachbarn ein Problem: Sie dürfen tagsüber mit ihren Autos nur noch zwei Stunden lang parken. Denn die Stadt hat den Osten der Messestadt rund um die Heinrich-Böll-Straße als „Blaue Zone“ ausgewiesen.

Mit bizarren Folgen für die Anwohner: Sie müssen ihr Auto jetzt alle zwei Stunden bewegen, wenn sie keinen Strafzettel riskieren wollen. Denn das Parken in der „Blauen Zone“ ist von 9 bis 18 Uhr mit Parkscheibe nur höchstens zwei Stunden zulässig.

Das Parkhaus in Riem kostet acht Euro am Tag – auf Dauer ist das also auch keine Alternative. Feriz Kryeziu sammelte in einer Spontan-Aktion 160 Unterschriften von Anwohnern, die eine Lizenz zum Parken haben wollen.

Kryeziu ist ein Anwohner. Er parkt alle zwei Stunden um.

Zunächst hatten sich die Riemer mit dem Parkscheiben-Trick beholfen – „wir haben die Parkscheibe alle zwei Stunden einfach vorgestellt“, sagt Kryeziu. Das ging ein halbes Jahr lang gut. „Ich glaube, die Verkehrsüberwachung hat bei uns Anwohnern ein Auge zugedrückt.“ Das war einmal – jetzt bekommen Anwohner wie Kryeziu wieder Strafzettel.

Im Frühjahr hatte die tz bereits das KVR gefragt, wie es zu der „Blauen Zone“ in Riem kam – und ob die Anwohner auf Abhilfe hoffen können. „Grundsätzlich sollte für Bewohner ein qualitatives Wohnumfeld geschaffen werden“, so die Antwort. Man wollte den Parksuchverkehr durch Messebesucher oder Kunden der Riem Arcaden in den Wohnvierteln vermeiden. In den Bauabschnitten West und Mitte habe man die „Blaue Zone“ längst eingeführt. „KVR und Planungsreferat werden die Auswirkungen beobachten und analysieren, um gegebenenfalls bedarfsgerechte Lösungen zu finden.“ Dies soll jedoch erst 2017 passieren.

Und was geschieht bis dahin? KVR-Sprecher Johannes Mayer stellt klar: „Das Rangieren von Autos um einen Meter bewahrt den Fahrer nicht vor einer Verwarnung, weil die Außendienstmitarbeiter das bei einer erneuten Kontrolle sofort erkennen.“ Der „Parkscheiben-Trick“ werde ohnehin nicht toleriert.

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