Grausiges Verbrechen

Brutaler Mord in Riem: Komplize muss sich vor Gericht verantworten

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Täter Osman N. (37), der zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, hatte wohl noch einen Komplizen. Dieser muss sich nun auch vor Gericht verantworten. 

Der gewaltsame Tod der Asylbewerberin Hasnaa A. 2016 in Riem wird erneut vor Gericht aufgerollt. Als Täter ist ihr Ehemann bereits zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Nun beginnt der Prozess gegen einen Mann, der ihm geholfen haben soll.

München - Es war ein grausiges Verbrechen: Am 29. April 2016 ermordete Osman N. (39) seine Frau Hasnaa A. mit einem Messer. Gemeinsam waren beide vor dem Krieg aus Syrien geflohen. Im Flüchtlingslager aber verliebte sich Hasnaa A. neu – das konnte Osman N. ihr nie verzeihen. Mit dem jüngsten Sohn zog er nach Riem, wo er seine Frau später in eine tödliche Falle lockte.

Doch bei der Vorbereitung der Tat war er wohl nicht allein! Die Staatsanwaltschaft ist sicher: Osman N. hatte einen Komplizen. Ab Montag wird seinem Freund Adulkafi S. (42) der Prozess gemacht – wegen Beihilfe zum Mord. Den Ermittlungen zufolge hatte S. der Frau inszenierte Videos geschickt, die den Anschein erwecken sollten, dass ihr Sohn krank sei und ihre Hilfe brauche. Deshalb reiste Hasnaa A. mit dem Fernbus von Eisenhüttenstadt (Brandenburg) nach München, um ihren Mann und das gemeinsame Kind zu treffen – im Glauben, dass der Bub bald sterben wird. „Ihre Mutterliebe war stärker als die Angst vor seiner Rache. Doch das kostete sie das Leben“, sagte Richter Michael Höhne 15 Monate nach der Bluttat. Ende Juni 2017 hatte er Osman N. wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

Komplize des Mörders wohl Vetrauensperson des Opfers

Auch Adulkafi S. droht nun eine Gefängnisstrafe. Denn er soll es gewesen sein, der Hasnaa A. maßgeblich bearbeitet hatte, damit sie nach München kommt. Zuvor hatte die 30-Jährige schon mehrere Einladungen zurückgewiesen und Osman N. zu verstehen gegeben, dass die gemeinsame Beziehung beendet sei. Doch N. konnte die Trennung nicht akzeptieren und fühlte sich in seiner Ehre gekränkt. Sein Freund Adulkafi S. soll ihm deshalb Hilfe versprochen haben. Denn die Kinder, die bei Hasnaa A. lebten, wollte Osman N. bei sich haben, und dazu setzte er sich „in krasser Eigensucht über das Lebensrecht der Geschädigten hinweg“, wie es im Urteil des Landgerichts hieß.

Adulkafi S. galt als Vertrauensperson von Hasnaa A. Sie wusste zwar, dass er mit ihrem Ex-Mann befreundet ist, sah in ihm aber wohl keine große Gefahr. Offenbar ein fataler Irrtum. Denn Adulkafi S. war es laut Staatsanwaltschaft, der dem Mörder noch Mut für seine Tat zugesprochen haben soll. Die junge Frau dagegen soll S. in dem Glauben gelassen haben, in München könne ihr nichts zustoßen. Tatsächlich lockte Osman N. seine Frau in ein Waldstück und metzelte sie dort mit 21 Stichen nieder. Sein mörderischer Plan war aufgegangen. Dafür muss sich nun auch der Komplize verantworten.

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