Unfall in Waldtrudering

"Plötzlich stand der Bus in meinem Garten"

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Hausbesitzer Hans L. (93) saß in seinem Wohnzimmer, als der Bus in seinen Garten raste.

München - Bei einem Busunfall in Waldtrudering landete das Fahrzeug im Garten einer Familie - es war nicht das erste Mal. Der Busfahrer hatte Glück im Unglück.

Spektakulärer Unfall in Waldtrudering: Ein Linienbus kollidierte mit einem Transporter und durchbrach eine Hecke. Dabei standen dem Busfahrer (68) ein ganzes Heer von Schutzengeln bei: Eine Zaunlatte bohrte sich durch die Windschutzscheibe, das Geschoss verfehlte den Kopf des Mannes nur um Zentimeter. Er kam mit dem Schrecken davon! Wie durch ein Wunder wurden auch keine Fahrgäste verletzt.

Gegen 8.30 Uhr am Donnerstagmorgen hatte das Unglück seinen Lauf genommen. Zu dieser Zeit befuhr der Bus der Linie 146 die Straße In der Heuluss. An der Kreuzung mit der Von-Erckert-Straße passierte es: Ein Transporter kam von rechts, der Fahrer missachtete offensichtlich die Vorfahrt des Busses und rauschte gegen dessen rechte Seite.

Haarscharf verfehlte die Holzlatte den Kopf von Busfahrer Nezir H.: „Ich hatte viele Schutzengel!“

Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Bus nach links gelenkt. Das tonnenschwere Gefährt durchbrach eine Hecke samt Zaun. Dabei schoss eine Holzlatte von links durch die Frontscheibe. „Sie verfehlte den Busfahrernur um Haaresbreite“, schildert Polizeisprecher Oliver Timper die Situation. Der Linienbus kam schließlich im Vorgarten eines Einfamilienhauses zum Stehen. Dabei hatten Busfahrer Nezir H. und seine zehn Fahrgäste noch Glück im Unglück. Weil vor etlichen Jahren schon ein Mal ein Bus in seinem Garten landete, hatte Hausbesitzer Hans L. (93) vorsorglich eine Leitplanke an seiner Grundstücksgrenze anbringen lassen.

Linienbus rast in Vorgarten: Busfahrer mit Schutzengel

„Die Planke lenkte den Bus an einem Baum vorbei. Wäre er dagegen gekracht, wären die Insassen sicher verletzt worden“, ist sich der Hausbesitzer sicher. Das Unglück vom Donnerstag weckte bei dem Rentner Erinnerungen an den Unfall von vor vielen Jahren. „Damals kam der Bus 20 Zentimeter vor dem Wohnzimmerfenster zum Stehen“, erzählt Hans L. der tz. „Meine Frau erlitt einen riesen Schock damals. Sie saß direkt vor dem Fenster.“ Am Donnerstag befand sich Hans L. zum Unfallzeitpunkt im Wohnzimmer. „Ich saß im Sessel, als plötzlich der Bus in meinem Garten stand.“

Die Bergung des Busses dauerte bis zum Nachmittag, weil sich das tonnenschwere Fahrzeug offenbar in der Leitplanke verkeilt hatte.

JAM

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