Wieder Polizeieinsatz in Kirchtrudering

Elendshaus: Leute wollen nicht raus

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Am Dienstagabend rückten sieben Streifenwagen aus, um einen Streit im Elendshaus zu schlichten.

München - Das Haus des Elends in Kirchtrudering kommt nicht zur Ruhe: Dienstagabend gab es wieder einen Polizeieinsatz in der umstrittenen Unterkunft.

Dort hatten die Behörden Ende Oktober 70 Menschen– darunter auch Kinder – unter unglaublichen hygienischen Zuständen angetroffen. Vermieter Mehmet K. (42) hatte pro Matratze 176 Euro im Monat kassiert. Sechs Matratzen lagen im Keller, rund je 20 im Erdgeschoss und im ersten Stock, noch mal 16 Matratzen unter dem Dach. Zwei Toiletten und vier Kochplatten gab es für alle lediglich. Heizung und Warmwasser: Fehlanzeige. OB Dieter Reiter (SPD) ließ Dach- und Kellergeschoss räumen, die Stadt brachte die Familien mit den Kindern provisorisch im Olympiastadion und danach in Pensionen unter. Gegen Mehmet K. wird wegen Mietwucher ermittelt.

Doch kaum, dass die rund 30 Bulgaren draußen waren, waren sie wieder da. Am 6. November zählten Sozialarbeiter nach tz-Informationen wieder 16 Kinder in Erd- und Obergeschoss. Vergangenen Sonntag schilderte ein Nachbar der tz, dass immer noch um die 30 Personen im Haus lebten, davon rund 10 bis 15 Kinder. „Es stapelt sich immer noch Sperrmüll im Garten und vorne am Grundstück.“

Außerdem soll in Dach- und Kellergeschoss eingedrungen worden sein. Es heißt, die Bewohner wollen nicht ausziehen, sie wollen das Haus herrichten.

Am Dienstagabend war die Polizei wieder mit sieben Streifenwagen vor Ort. Dieses Mal stritten Männer um Geld, Frauen und Kinder flohen auf die Straße. Immerhin: Die Beamten beobachteten, dass die hygienischen Verhältnisse sich etwas verbessert hätten. Doch kalt war es im Haus immer noch.

J. Welte, D. Plange

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