Beate Uhse stellt Insolvenzantrag

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Ermordetes Ärzte-Paar beigesetzt

Bewegende Trauerrede: "Es war wie ein Donnerschlag"

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Gemeinsam in die Ewigkeit: Hier wurden Christine und Wilhelm B. auf dem Friedhof in Riem beerdigt.

München - Der Mord an einem Münchner Ärzte-Paar ist noch nicht aufgeklärt, nun sind die beiden Rentner beigesetzt worden. Der Sohn hält eine bewegende Trauerrede.

Es war im Jahr 1967, da gaben sich Christine und Wilhelm B. das Ja-Wort in der Kirche St. Peter und Paul in Trudering. Ihre Liebe hielt fast ein halbes Jahrhundert lang. Am Donnerstag fand an gleicher Stelle ein bewegender Trauergottesdienst für die beiden statt. Das Ärzte-Paar (74 und 75) war vor vier Wochen in seinem Ferienhaus bei Marseilles ermordet worden (tz berichtete).

Dramatischer Schlusspunkt eines Erbstreits und Verleumdungskampagne ohnegleichen. Denn unter dringendem Tatverdacht steht Schwiegersohn Klaus O. (39).

Das Leben des ehemaligen Chefarztes und seiner Frau (ebenfalls Ärztin, Psychotherapeutin und Yoga-Lehrerin) verlief nach der Klinik-Karriere in ruhigen Bahnen. Er widmete sich der Homöopathie, sie baute ein Yoga-Zentrum in Trudering auf. Gemeinsam betreuten sie in ihrer Gemeinschaftspraxis ihre Patienten und zuweilen auch deren Tiere und wurden dafür von vielen Menschen geliebt und geachtet.

2011 kommt es zum Zerwürfnis - 64 Anzeigen

Alles war schön – bis Tochter Elisabeth (37, Name geändert) den Heilpraktiker Klaus O. heiratete und sich mit ihm zusammen einem Yoga-Guru in Italien anschloss. Die Eltern unterstützten Tochter und Schwiegersohn zunächst – offenbar auch finanziell. Bis es 2011 zum Zerwürfnis um die Yoga-Lehre und offenbar auch ums Erbe kam. Fortan wurden die B.’s mit Anzeigen überzogen – zuletzt sollen es 64 gewesen sein!

Im Internet wurde der Ruf der B.’s systematisch ruiniert. Plötzlich tauchten Seiten auf, auf denen Patienten „auspackten“. Auf einer gefälschten Homepage wurde Christine B. die Ärztin als weltfremde Esoterik-Spinnerin dargestellt, auf einer anderen Seite gar als Reinkarnation des Teufels. Freunde und die Polizei versuchten zu helfen. Doch die Server stehen allesamt im Ausland. Am Ende kam es zum Bruch mit Elisabeth.

Vor dem Schwiegersohn sollen die B.’s zuletzt Angst gehabt haben. Was am 10. September in ihrem geliebten Ferienhaus in Saint-Cyr-sur-Mer geschah, kann man nur ahnen. Als die Polizei kam, soll Schwiegersohn Klaus O. mit blutigen Händen gewimmert haben: „Das wollte ich nicht…“. Als Tatwaffe gilt ein Schürhaken, mit dem die B.’s erschlagen wurden.

"Haben Spuren der Liebe zurückgelassen"

Bei der Feier am Donnerstag für das in Trudering tief verwurzelte Ehepaar sprach einer der Söhne, was die Kinder empfanden, als sie vom Tod ihrer geliebten Eltern erfuhren: „Es war ein Donnerschlag, wie Flugzeug, das die Schallmauer durchbricht. Und dann Stille.“ Ihre Eltern hätten immer Gewaltlosigkeit gelebt. „Und jetzt sind sie durch Gewalt gestorben“, sagte der Sohn.

Altpfarrer Herbert Kellermann, der den Gottesdienst für das zutiefst gläubige Ehepaar hielt, erinnerte an die Nächstenliebe, die Christine und Wilhelm B. ihren Mitmenschen ihr Leben lang gaben. „Sie haben bei uns Spuren der Liebe zurückgelassen.“

DOP, JAM

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