Diebe bauen Unfall in Österreich

Geklaute Fahrschulautos aus München in Graben entdeckt

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Verlassen lagen die beiden Münchner BMW Sonntagfrüh nahe Melkin Niederösterreich im Graben.

München - Dreiste Diebe haben einer Münchner Fahrschule die Autos gestohlen – zuletzt gleich fünf Stück auf einmal! Zwei davon lagen Sonntag früh in Niederösterreich im Straßengraben. Es ist nicht der erste Fall dieser Art.

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen (siehe Bericht unten) haben dreiste Autodiebe einer Münchner Fahrschule die Autos gestohlen – zuletzt gleich fünf Stück auf einmal! Zwei davon sind schon Schrott. Sie lagen Sonntag früh in Niederösterreich im Straßengraben. Die Fahrer konnten fliehen.

Die beiden M1-Fahrschul-BMW nach dem mysteriösen Unfall.

Diesmal traf es die Fahrschulkette M1 in der Truderinger Straße 252, die vier Niederlassungen mit 65 Autos in München betreibt. Am Samstag hatten die Mitarbeiter auf dem Parkplatz noch bis 19 Uhr ein Grillfest gefeiert. „Wir vermuten, dass wir beobachtet wurden“, schildert M1-Geschäftfsührerin Claudia Zink. Wahrscheinlich noch vor Mitternacht schlug die Bande zu. „Unser winziges Toilettenfenster wurde aufgehebelt. Das muss ein sehr dünner Mensch gewesen sein.“ Der Täter öffnete den Komplizen von innen die Tür. Bevor sich die Bande um die Autos kümmerte, tat sie sich an den Grillfestresten gütlich: Salat, Fleisch, Brot, Kaffee, Getränke, Magen- und Schmerztabletten – alles weg. Dafür stand dann eine leere Flasche Jägermeister da: „Die gehörte keinem von uns.“

Mit 45 Schlüsseln aus dem aufgebrochenen Schlüsselkasten flohen die Täter in zunächst drei Fahrschulautos: einem Golf, einem BMW 316 und einen BMW 116, der erst 1400 Kilometer drauf hatte. Im Konvoi fuhr die Bande zur Filiale in die Wasserburger Landstraße, wo sie einen BMW 114 mitnahmen. In der Filiale Kreillerstraße wollte sie den orangefarbenen Porsche holen. „Doch da fehlte der Schlüssel. Sie haben stattdessen den nagelneuen VW Sportsvan mitgenommen.“

Sonntag früh – Claudia Zink und ihr Lebensgefährte frühstückten gerade – rief die österreichische Polizei an. Ob Claudia Zink bitte erklären könne, wieso ihre beiden Fahrschul-BMW zwischen den Ortschaften Melk und Loosdorf aus der Kurve geflogen seien und zerstört im Graben lägen? „Wir sind aus allen Wolken gefallen.“ Der Sachschaden allein beträgt 150 000 Euro.

Von den Tätern, die vermutlich auf dem Weg nach Rumänien waren, fehlt jede Spur. Die Polizei (Tel. 089/29 10-0) ermittelt.

Daniel Neuberger, Dorita Plange

Der erste Streich der fiesen Bande

Bereits in der Nacht zum 22. Juli sind vermutlich die selben Täter in das Münchner Fahrschulzentrum in der Burmesterstraße (Freimann) eingebrochen und haben zwei Pkws entwendet.

Fahrschulchef Christian Hertenstein mit dem Tresor und dem gestohlenen GLK.

Die Unbekannten brachen um 21.10 Uhr ein Kellergitter auf und gelangten so in den Kellerschacht. Indem sie ein weiteres Holzfenster aufbrachen verschafften sie sich so Zutritt zur Fahrschule. Aus dem Büro entwendeten die Täter einen Möbeltresor und brachen diesen noch im Keller des Hauses auf. Sie entwendeten mehrere Tausend Euro Bargeld, Lederkleidung sowie zwei Mercedes (eine A-Klasse und ein GLK) im Wert von 80 000 Euro. Über den Notausgang der Fahrschule entkamen die Täter unerkannt. Auch hier kannten sich die Täter auffällig gut aus.

Für Fahrschulbesitzer Christian Hertenstein eine Katastrophe. Der GLK war gerade vier Monate alt. Er startete einen Fahndungsaufruf auf der eigenen Facebook-Seite seiner Fahrschule. Bisher gibt es keine Spur. Auch seine Autos sind vermutlich längst ins Ausland verschoben worden.

D. Neuberger 

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