Poliertes Messing statt echtes Gold

Juwelier warnt vor neuer Betrugsmasche: Bei diesen Schmuckverkäufern sollten Sie vorsichtig sein

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Von wegen echtes Gold: Mit solchen Fälschungen sollen vor allem ältere Menschen um ihr Geld gebracht werden.

Betrüger lassen nichts unversucht, um auf illegalem Weg an Geld zu kommen. Nun warnt ein Juwelier aus Trudering nach mehreren Vorfällen vor einer neuen Masche. Auch der Polizei ist diese bekannt.

München - Zuerst überrascht, dann gerührt - und schließlich 50 Euro los. So geht es den Menschen, die auf die Goldring-Masche reinfallen. Der Juwelier Baier in Trudering schlägt deshalb Alarm - die Juweliersfamilie erlebte eine Welle von Betrugsfällen dieser Art. Zwei bis drei Mal pro Woche seien Opfer zu Familie Baier gekommen, um den Wert von Ringen schätzen zu lassen, die sie aus Mitleid auf der Straße gekauft hatten - um dann zu erfahren, dass die Schmuckstücke überhaupt nichts wert sind.

Vermeintlicher „Finder“ bietet Ring auf Straße an

So funktioniert der fiese Trick: In der Nähe von meist älteren Damen lassen Betrüger heimlich einen Ring auf die Straße fallen. „Schauen Sie, Ring gefunden“, heißt es dann in gebrochenem Deutsch. Der „Finder“ hält das Schmuckstück dem Opfer unter die Nase und erklärt, dass er es selbst nicht gebrauchen könne - oft weckt der Gauner Mitleid, indem er etwa sagt, dass seine Frau gestorben ist und er sie mit dem Schmuck nicht mehr überraschen kann.

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Dann bietet er den Ring zum Kauf an - „echtes Gold“, heißt es dann. Das Gewicht stimmt, auf der Innenseite prangt meist sogar ein 585-Stempel. Etwa 15 bis 50 Euro ergaunern sich die Täter pro Fall. „Wenn die Leute sagen, dass sie kein Geld dabei haben, schlagen die Betrüger sogar vor, sie bis zum Geldautomaten zu begleiten“, erzählt Gabriele Baier (54).

Machten schon Bekanntschaft mit den betrügern: Die Juweliersfamilie Gabriele (54, v.l.), Bernhard (55) und Sabrina Baier (27) warnen vor einer dreisten Masche, bei der Betrüger versuchen, Passanten auf der Straße gefälschte Goldringe für teures Geld anzudrehen.

Oftmals besteht Schmuck nur aus poliertem Messing

Beim Juwelier dauert es nicht lange, bis klar wird: Der Schmuck ist überhaupt nichts wert - meist handelt es sich um poliertes Messing, Plunder. „Wir möchten die Menschen warnen“, sagt Sabrina Baier (27). „Diese Ringe sind wirklich wertlos.“

Bei der Polizei München ist die Goldring-Masche bekannt. Sie warnt grundsätzlich davor, Gegenstände auf der Straße von Fremden anzunehmen - vor allem nicht für Geld. Und erinnert daran, dass sich die Opfer selbst sogar strafbar machen können, wenn es sich wirklich um gefundenen Goldschmuck handeln würde! Denn: Gefundene Gegenstände muss man beim Fundbüro abgeben - und nicht beim Juwelier, um den Wert schätzen zu lassen. „Das ist Fundunterschlagung“, erklärt ein Sprecher. Dabei komme es auch nicht drauf an, ob man den Schmuck weiterverkaufen möchte oder ihn selbst behalten will.

Die Juweliersfamilie Baier war zuletzt Opfer eines Überfalls geworden. Derweil warnt die Münchner Polizei aktuell auch vor Ebay-Betrügern. Besonders bei der Übergabe der Ware ist Vorsicht geboten.

Kathrin Braun

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