Bill Cosby im Missbrauchsprozess schuldig gesprochen

Bill Cosby im Missbrauchsprozess schuldig gesprochen

Stadt hat Caterer ausgewählt

Eltern entsetzt: Käfer im Kita-Essen entdeckt

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Verärgert: Anja Seele, deren Tochter Ellen in eine der vom Caterer belieferten Einrichtungen geht.

In einer Kindertagesstätte in Riem hat ein Kind in seinem Nudelauflauf nach erstem Augenschein einen Getreidekäfer gefunden. Eltern fordern, die Stadt müsse den Caterer wechseln.

München - Eine kurze Mitteilung der Stadt versetzt die Eltern mehrerer Kitas und Tagesheime in Unruhe. „Am Dienstag sind im angelieferten Essen eines Tagesheims in München-Riem vereinzelt Verunreinigungen entdeckt worden“, heißt es in dem Schreiben - und weiter: „Nach erstem Augenschein handelt es sich wohl um sogenannte Getreidekäfer.“ Anja Seele, deren Tochter Ellen eine Einrichtung besucht, die vom selben Anbieter beliefert wird, ist entsetzt: „Offenbar wurde bei der Auswahl des Caterers weder auf schmackhaftes Essen noch auf hygienische Verhältnisse Wert gelegt!“

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Das betroffene Essen - Nudelauflauf mit Brokkoli - stammt von der Bad Aiblinger Firma Bio-Kontor7. Sie beliefert einen Hort und zwölf Tagesheime in München, welche zudem drei Ganztagesangebote und fünf Mittagsbetreuungen mitversorgen. Konrad Geiger, Chef des Unternehmens sagt: „Bei uns wurden keine Hygienemängel festgestellt.“ Das Problem liege bei einem Lieferanten, Während die Stadt von Käfern spricht, sagt Geiger es habe sich um Fliegen gehandelt, die trotz mehrerer Sichtkontrollen unentdeckt geblieben seien. Derzeit lässt die Stadt Proben des Essens untersuchen. „Noch am Dienstag, als die Verunreinigungen entdeckt wurden, hat das Kreisverwaltungsreferat Proben genommen und am Mittwoch an ein Labor geschickt“, heißt es aus dem Referat für Bildung und Sport. Ergebnisse der Untersuchungen werden in der kommenden Woche erwartet. Der Caterer beliefert die Einrichtungen zunächst weiter.

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Wie kam der Käfer ins Essen?

Eine weitere Ungereimtheit macht den betroffenen Eltern allerdings Sorgen. Im Brief an die Eltern heißt es: „Vorerst wird die Firma alle Pastagerichte vom Speiseplan nehmen.“ Geiger hingegen sagt, die Quelle der Verunreinigung sei der Bio-Brokkoli gewesen, der betreffende Lieferant sei zunächst gesperrt.

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Zudem sorgt ein weiterer Fall für Unruhe in der Elternschaft. Vor fünf Wochen sei in einem anderen Gericht des Anbieters ebenfalls Ungeziefer gefunden worden, munkeln die Eltern. Geiger bestätigt, dass ein weiterer Fall untersucht worden sei - vor fünf Wochen, in einer Einrichtung am Ostbahnhof, bei einer vegetarischen Chili con Carne. Dabei habe es sich aber um falschen Alarm gehandelt. Die Behörden seien damals eingeschaltet gewesen, eine Verunreinigung habe sich letztlich aber nicht nachweisen lassen.

Zum Glück nur aus Gummi: Ellen hält eine Kakerlake in der Hand.

„Caterer hat Vertrauensvorschuss ausgeschöpft“

Die Eltern haben ihr Vertrauen in den Essensanbieter dennoch verloren. In ihrer Kita habe die Leitung die Chili con Carne, in der die angebliche Verunreinigung festgestellt worden ist, damals kurzerhand weggeworfen - statt dessen habe es für die Kinder Wiener gegeben. „Meiner Meinung nach hat der Caterer seinen Vertrauensvorschuss sowohl gegenüber der Stadt als auch den Eltern ausgeschöpft“, sagt die Mutter Anna-Maria Fuchs. Jetzt fordern viele Eltern Konsequenzen: „Es ist ein Skandal, dass sich die Stadt nicht sofort von dem Caterer getrennt hat“, findet die besorgte Mutter Michaela Thon.

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Auf Nachfrage teilte das zuständige Referat für Bildung und Sport mit: „Die möglichen Konsequenzen, bis hin zu einer Kündigung des Catering-Unternehmens, werden gerade rechtlich geprüft.“ Die Verträge werden für einen Zeitraum von zwei Jahren vergeben, das Unternehmen aus Bad Aibling hatte den Auftrag im vergangenen Jahr ergattern können.

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Mit ihrem Ärger fühlen sich die betroffenen Eltern allein gelassen. „Ich verlasse mich doch auf die Stadt und gehe davon aus, dass mein Kind ordentlich versorgt wird“, sagt Thon. Stattdessen sei den Eltern in dem Brief der Stadt die Nummer des Caterers mitgeteilt worden mit der Bitte, sich bei Fragen selber an die Firma zu wenden. Thun meint: „Da sollte sich die Stadt kümmern und nicht die einzelnen Eltern!“

Marc Kniepkamp

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