Nach vier Jahren ist er aufgeflogen

30 Fälle! Spanner filmt Nachbarn

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Nach dem Vorfall in der Anton-Geisenhofer-Straße schlug die Polizei zu.

München - Er befestigte vier Jahre lang Mini-Kameras an den Bad- und Schlafzimmerfenstern seiner Opfer: In Trudering ist ein mutmaßlicher Serienspanner festgenommen worden.

Wenn er in einem fremden Garten erwischt wurde, sagte er immer: „Ich suche nur meine schwarze Katze.“ Tatsächlich jedoch führte der arbeitslose Biologe Christian T. (51; Name geändert) etwas wirklich Widerliches im Schilde: In Trudering heftete er immer wieder kleine Spion-Kameras mit Knete an fremde Toiletten- und Badezimmer-Fenster und filmte Männer, Frauen und Kinder bei privatesten Verrichtungen. Vier Jahre lang sorgte der Spanner in Trudering damit für Angst und Schrecken. Immer wieder entdeckten Anwohner des Bajuwarenparks und der angrenzenden Straße die Kameras an ihren Fenstern. Jetzt hat die Polizei den perversen Hobbyfilmer erwischt.

Am Donnerstag um 23 Uhr rief ein Familienvater (42) aus der Anton-Geisenhofer-Straße über Notruf die Polizei: „An unserem Toilettenfenster hängt eine kleine Spy-Kamera“, berichtete der Mann empört. Die Polizei riet ihm, die Kamera hängen zu lassen. Zivilbeamte legten sich heimlich auf die Lauer. Sie mussten nicht allzu lange warten. 40 Minuten nach Mitternacht tauchte der Biologe in der Straße auf, wollte seine Kamera mitsamt der Aufzeichnungen offenbar wieder holen. Er wurde sofort festgenommen. Nach anfänglichem Leugnen legte Christian T. ein Geständnis ab. Ihm werden mindestens 30 ähnliche Fälle zugeordnet – vermutlich nur die Spitze des Eisbergs. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung wurde eine Vielzahl von Minikameras, Speichermedien, der Computer und das Zubehör sowie die Befestigungs-Knete beschlagnahmt. Nach der Vernehmung und der Prozedur beim Erkennungsdienst wurde der Biologe freigelassen.

Jacob Mell, Dorita Plange

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