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Ambitioniertes Bau-Projekt sorgt für Wirbel: „Vergleichbar mit Paris und Manhattan, was hier geplant ist“

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Von: Carmen Ick-Dietl

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Baustelle
Pläne für ein Neubaugebiet im Münchner Osten haben zahlreiche Anwohner auf den Plan gerufen (Symbolbild). © Soeren Stache/dpa

Wohnungen für bis zu 6000 Menschen sollen entstehen. Ein geplantes Bauvorhaben im Osten von München besorgt nicht wenige Anlieger.

München - Die Stadt plant gemeinsam mit mehreren Privateigentümern ein Neubaugebiet als Bindeglied zwischen Kirchtrudering und der Messestadt Riem. In den kommenden Jahren soll auf der Grundlage eines städtebaulichen Wettbewerbs ein Bebauungsplan hierfür aufstellt werden, auf dessen Basis dann schrittweise das neue Quartier, der fünfte Bauabschnitt der Messestadt Riem, entstehen soll. Am Ende soll es hier insgesamt 2500 Wohnungen für bis zu 6000 Menschen geben.

Anwohner haben sich inzwischen zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen, um die Bebauung in ihrem Sinne zu beeinflussen. Auf der jüngsten Bürgerversammlung für Trudering-Riem wurden sechs grundlegende Forderungen vorgestellt.

Anwohner in München besorgt: „Was hier geplant ist, ist vergleichbar mit Manhattan und Paris“

Die größten Kritikpunkte: Verkehr und Baudichte. „Was hier geplant ist, ist vergleichbar mit Manhattan und Paris“, schimpfte IG-Sprecher Peter Grünbeck. Die Initiative fordert eine Reduzierung auf 1500 Wohneinheiten.

Zudem fürchten sich die Anlieger vor einer hohen Bebauung direkt vor ihrer Tür. Mit Grünstreifen soll Abstand zur bestehenden Bebauung in Kirchtrudering gehalten werden, die Neubauten dürften hier nur zwei Vollgeschosse haben. Zumal das Gebiet die natürliche Kaltluftschneise für München sei, die unbedingt erhalten werden müsse. Daher müssten alle Gebäudeplanungen bezüglich Höhe, Dichte, Anordnung und Gestaltung auf Klimaneutralität geprüft werden, fordert der IG-Sprecher Peter Grünbeck.

München: Besorgnis wegen ambitioniertem Bauprojekt - Anlieger pochen auf mehrere Punkte

Pro neuem Einwohner müssten mindestens 20 Quadratmeter Grünfläche eingeplant werden, außerdem wünscht man sich eine nachhaltige, ökologische Bauweise mit viel Holz, Grünbrücken und Schneisen. „Eine anspruchsvolle Architektur im Einklang mit der Natur des Parks und zur Erhaltung der Lebensqualität!“

Außerdem pochen die Anlieger auf komfortable Fuß- und Rad-Verbindungen ins Naherholungsgebiet Riemer Park. Deshalb dürfe die geplante Erschließungsstraße nicht vier-, sondern höchstens zweispurig gebaut werden, mit Tempo 30 und einer Bevorrechtigung für den ÖPNV. Allen Forderungen stimmte die Bürgerversammlung einstimmig zu.

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