Diverse Patzer dokumentiert

Münchner Peinlich-Projekt macht sogar Berliner Flughafen Konkurrenz: Absurde Details zum „unfassbaren Pfusch“

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Beim Ausbau des Riemer S-Bahnhofs hakt‘s gewaltig (Symbolbild).

Der S-Bahnhof Riem sollte seit knapp einem Jahr barrierefrei sein. Doch wegen diverser Patzer zieht sich das Projekt. Frühestens 2024 wird es abgeschlossen sein. Das ruft heftige Kritik hervor.

  • Der geplante barrierefreie Ausbau des S-Bahnhofs München-Riem wird sich noch mehrere Jahre hinziehen.
  • Denn vor dem Beginn der Arbeiten stehen noch diverse Schritte an.
  • Es setzt heftige Kritik an dem endlos erscheinenden Projekt.

München - Nach gravierenden Mängeln bei der Planung hat die Bahn noch immer keinen Neuentwurf für den barrierefreien Ausbau des S-Bahnhofs Riem. Damit käme die Fertigstellung frühestens Mitte 2024.

Derzeit ist die Wiederaufnahme des Baubetriebs erst für Mitte 2023 vorgesehen, so Bauministerin Kerstin Schreyer (CSU) auf Anfrage des SPD-Landtagsabgeordneten Markus Rinderspacher. Ursprünglich sollte der Bahnhof im Sommer 2019 fertig werden. Ein entgleister Zug am Umschlagbahnhof Riem im April 2018 und die anschließende vierwöchige Streckensperrung sorgten jedoch für erste Verzögerungen. Völlig zunichte machte den Zeitplan dann ein fehlerhaftes Baugrund-Gutachten, das unter anderem die Grundwassersituation in Riem falsch eingeschätzt hatte.

München: Baustelle an S-Bahnhof erinnert frappierend an Flughafen Berlin

Die Bahn verabschiedete sich vom verantwortlichen Planungsbüro und schaltete ihre Rechtsabteilung ein. Allerdings liegt derzeit noch immer keine Umplanung vor, „da aktuell noch kein Planungsbüro vertraglich gebunden ist“, so Schreyer. Bis Ende des Jahres soll der Entwurf fertig werden, um ihn dann zur Genehmigung beim Eisenbahnbundesamt einreichen zu können.

Geplant ist nun ein kompletter Neubau der Personenunterführung mit Rampe beziehungsweise Treppe und Aufzug sowie entsprechenden Anpassungen zum Mittelbahnsteig, der bis zum bestehenden Treppenaufgang bereits fertig ist. Außerdem ist ein neuer „Hausbahnsteig“ vorgesehen.

Die ganze Welt befindet sich wegen des Coronavirus im Ausnahmezustand. Das gilt natürlich auch für München. Hier berichten vier Bürger von ihren Erlebnissen.*

München: Peinlich-Projekt macht sogar Berliner Flughafen Konkurrenz - Patzer dokumentiert

Die Wiederaufnahme der Bautätigkeit ist abhängig von Streckensperrungen. Solche „Sperrpausen“ müssen drei Jahre vorher angemeldet werden, damit das Betriebskonzept auf dem Abschnitt entsprechend angepasst werden kann. „Ein unfassbarer Pfusch“, schimpft Rinderspacher, der sich seit 2011 ebenso wie andere Politiker für den barrierefreien Ausbau einsetzt.

„In Riem haben wir einen andauernden unhaltbaren Zustand nicht nur für Rollstuhlfahrer, sondern beispielsweise auch für Familien mit Kinderwagen.“ Die Haltestelle zählt mit 8000 Ein- und Ausstiegen täglich zu den starken Bahnhöfen im Münchner S-Bahnnetz.

Wie merkur.de* berichtet, haben Gemeinde und Messe der Bahn schon im vergangenen Herbst Dampf gemacht - diese gelobte damals Besserung.

Ein großes Prestigeprojekt ist auch der Münchner Hauptbahnhof*, dessen Umbau* bis 2028 vonstatten gehen soll. Auf tz.de* finden sich auch Artikel über die Zuordnung der Gleise* sowie die Rezensionen* des Hauptbahnhofs.

*Merkur.de und tz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Carmen Ick-Dietl

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