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Krach um Mega-Konzerte von Helene & Co. in Riem: Sogar die Stones sollen den Münchner Osten rocken

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Von: Carmen Ick-Dietl

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Robbie ­Williams, ­Andreas Gabalier und Helene Fischer (Foto): Sie alle treten im kommenden Sommer in Riem auf.
Robbie ­Williams, ­Andreas Gabalier und Helene Fischer (Foto): Sie alle treten im kommenden Sommer in Riem auf. © Duchene/dpa

Das werden vier riesengroße Veranstaltungen im kommenden Sommer auf dem Messegelände in Riem – und genauso groß ist vorab schon die Aufregung. Es gibt Krach um die Open-Air-Konzerte!

Der Vorverkauf für die Auftritte von Andreas Gabalier*, Helene Fischer* Robbie Williams* hat bereits begonnen, zudem ist von einem vierten Konzert mit hochkarätigen Interpreten die Rede. Veranstalter der Shows ist der Unternehmer Klaus Leutgeb aus Graz (Österreich). Während sich Musikfans freuen, wird bei Politik und anderen Veranstaltern kritisch über den Plan diskutiert. Im Bezirks­ausschuss Trudering-Riem* befürchtet man eine massive Lärm- und Verkehrsbelastung der Anwohner. Denn: Für die Konzerte werden jeweils rund 150.000 Fans aus dem deutschsprachigen Raum erwartet. Die müssen dann alle gleichzeitig anreisen – und viele von ihnen auch irgendwo parken… Und dann gibt’s Open-Air-Beschallung…

München: Mega-Konzerte von Helene Fischer & Co. sorgen für Ärger

Ex-Stadtrat Herbert Danner (Grüne) kritisiert außerdem öffentlich, worüber im Rathaus längst gestritten wird: Wie die Messe als Konkurrenz des Veranstaltungsgeländes Olympiaparks auftreten kann. Er sagt: „Hier machen sich zwei städtische Töchter gegenseitig Konkurrenz. Das ist auch bedenklich hinsichtlich der geplanten Sanierung des Olympiastadions, die Millionen kostet.“

München: Planungen für Konzerte mit Platz für über 100 000 Besucher

Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) weist das energisch zurück. „Dem Olympiapark werden keine Konzerte streitig gemacht, die dort auch stattfinden könnten.“ Es seien keine Tour-Stationen, sondern eigens konzipierte Auftritte, bei denen der Veranstalter alles aufbaut, bestätigt Leutgeb. Und: „Das Olympiastadion ist für dieses Konzept völlig untauglich.“ Zudem braucht er Platz für über 100.000 Besucher – auch zur Finanzierung der Auftritte der Superstars. Durch die hohen Gagen und die ungewöhnlichen Dimensionen konnte er die Künstler überhaupt erst von den Konzerten überzeugen. Die Bühne könnte bis zu 170 Meter breit werden. Die komplexen Aufbauten für Bühne und Zuschauertribünen kosten Geld und Zeit, weshalb er sie über zwei Monate hinweg stehen lassen will. „Das Olympiastadion zwei Monate blockieren – völlig undenkbar!“ Zumal dort im August die European Championships stattfinden.

Das Luftbild zeigt das Messegelände, rechts oben sind die Freiflächen zu sehen. Hier werden im Konzert-Sommer 2022 Volks-Rock’n’Roller Andreas Gabalier (6. August), Schlager-Königin Helene Fischer (20. August), und ­Weltstar Robbie Williams (27. August) auftreten
Das Luftbild zeigt das Messegelände, rechts oben sind die Freiflächen zu sehen. Hier werden im Konzert-Sommer 2022 Volks-Rock’n’Roller Andreas Gabalier (6. August), Schlager-Königin Helene Fischer (20. August), und ­Weltstar Robbie Williams (27. August) auftreten – ­Karten gibt’s jeweils im Internet. Noch nicht offiziell bestätigt, aber ein heißes Gerücht: Auch die Rolling Stones – die Kult-Band um Mick Jagger und Keith Richards – könnten hier ein Konzert geben. © Messe

Hätte es mit Riem nicht geklappt, wäre Leutgeb gar nicht nach München gekommen. „Ich hatte fünf Alternativen, darunter Berlin, die Hamburger Trabrennbahn und den Hockenheimring“. Auf München sei er wegen des Gottesdienstes von Papst Benedikt 2006 auf der Messe gekommen. Ansonsten gebe es hier keine Spielstätte für sein Konzept.

Messegelände als Bühne für die Stones?

Dann hätte München Geld liegenlassen, so Baumgärtner. Schätzungen sprechen von rund 300 Millionen Euro für Tourismus, Handel und Konzertzulieferer.

Messe-Geschäftsführer Klaus Dittrich stellt klar: „Die Messe München wird sich auch in Zukunft nur um kulturelle Großveranstaltungen bemühen, die aufgrund ihrer Größe an anderen Spielorten nicht stattfinden können und deshalb für die Stadt München* ganz verloren wären.“ Die Zukunft der Messegesellschaften liege nicht mehr allein in der Vermietung von Ausstellungsfläche. Es werde jede Anfrage für Konzertveranstaltungen auf dem Freigelände geprüft, die mehr als 100 000 Besucher anzieht. Carmen Ick-Dietl *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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