Ruhestand auf Gut Aiderbichl

Nach 15 Jahren im Einsatz: Polizeipferd Attila verabschiedet sich - „ein großer Verlust“

Polizeipferd Attila trabt in Rente. Polizeihauptmeister Michael Heldt verabschiedet sich vom „Urgestein“.
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Polizeipferd Attila trabt in Rente. Polizeihauptmeister Michael Heldt verabschiedet sich vom „Urgestein“.

Attila hat offenbar Nerven aus Stahl. Allianz Arena, 1860-Ultras und Stinkbomben - das Polizeipferd war sehr oft bei Fußballspielen in München im Einsatz. Bis jetzt.

  • Nach 15 Jahren Dienst beginnt für Polizeipferd Attila nun ein neuer Lebensabschnitt.
  • In seiner Zeit bei der Münchner Polizei hat das Urgestein viel erlebt.
  • Auch bei Fußballspielen war Attila oft im Einsatz.

München - Wie cool Attila (19) ist, zeigt sich beim Fototermin am Montag: Das Blitzlichtgewitter der Fotografen in seinem Stall bei der Reiterstaffel der Münchner Polizei in Riem lässt das Bayerische Warmblut völlig kalt. Ohne zu zucken, hält das Tier still, obwohl es ahnen muss, dass jetzt ein neuer Lebensabschnitt beginnt: Denn das 19-jährige Polizeipferd geht nach 15 Jahren Dienst in Pension und ist zu seinem Abschied natürlich der Star im Stall. Seinen Lebensabend darf Attila auf dem Tier-Gnadenhof Gut Aiderbichl in Iffeldorf (Kreis Weilheim-Schongau) verbringen.

München: Polizeipferd Attila geht nach 15 Jahren Dienst in Pension - auf Gut Aiderbichl

„Das ist ein großer Verlust“, sagt Michael Held (35). Der Polizeihauptmeister ist seit sechs Jahren bei der Reiterstaffel und seit seiner Ausbildung sehr oft auf Attila geritten. „Er war immer sehr zuverlässig und durch nichts aus der Ruhe zu bringen“, sagt Held. Der 35-Jährige erinnert sich an einen Einsatz mit dem Polizeipferd an der Allianz Arena, bei dem die Fußballfans richtig Lärm gemacht haben. Doch Attila ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen.

„Er war immer sehr zuverlässig und durch nichts aus der Ruhe zu bringen“

Sebastian Feist (43) ist Chef der Reiterstaffel und bezeichnet Attila als „Urgestein“. „Er hat noch die Zeit der 1860-Ultras miterlebt und weiß, wie Stinkbomben riechen“, sagt Feist. Das Bayerische Warmblut war in seinen 15 Dienstjahren sehr oft bei Fußballspielen in München im Einsatz. Auch bei Umzügen, beispielsweise bei Wiesn-Einzügen oder Brauchtums-Umzügen, war das Polizeipferd dabei. Gelegentlich wurde das Münchner Urgestein sogar ausgeliehen.

So war es unter anderem beim Gäubodenfest in Straubing dabei. Als Ausbildungspferd war Attilas Aufgabe, seine Ruhe anderen in stressigen Situationen vorzuleben. Dabei war er sowohl mit Anfängern auf zwei, als auch auf vier Beinen unterwegs.

Münchener Urgestein geht in den Ruhestand: Polizeipferd Attila trifft auf Gut Aiderbichl alte Bekannte

Auf Gut Aiderbichl wird Attila jetzt einen alten Bekannten wiedersehen. Auch das Polizeipferd Freddy ist schon in Iffeldorf, es kam vor einem Jahr. „Die beiden kennen sich noch“, sagt Florian Müller (41) von Gut Aiderbichl. Insgesamt sind bereits acht Pferde der Münchner Polizei auf den verschiedenen Gnadenhöfen von Gut Aiderbichl und dürfen sich nach den anstrengenden Dienstjahren dort verwöhnen und – wenn es Corona wieder zulässt – von Besuchern bewundern lassen. Anfang des Jahres schickte München das größte Polizeipferd (1,92 Meter Widerristhöhe) in Rente.

„Ich wünsche Attila, dass er auf Gut Aiderbichl gesund alt wird“, sagt Michael Held. Jetzt muss ein anderes der 48 Pferde der Münchner Polizei den Ausbilder geben – genug gelernt haben sie alle auf jeden Fall vom Urgestein Attila.

Polizeipferd Hugo musste die Polizeistaffel verlassen. Der Schimmel - damals sechs Jahre alt - war für den Dienst nicht geeignet. Die Polizei suchte ein neues Zuhause für Hugo - doch dann sorgte Hugos Geschichte und seine Marotten für Schlagzeilen

(S. Wegele)

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