Fünf Lkw für Menschen in Not

Münchner spenden für Moria

Helfer sortieren die gespendeten Güter in einer Messehalle in München.
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Bis zu 100 Menschen halfen bei der Sortierung der gesammelten Sachspenden.

Der Münchner Sven Heinrici hat noch nie eine große Spendensammlung durchgeführt - jetzt hat er binnen drei Wochen gut fünf Lkw-Ladungen Kleidung und Sachspenden für die Geflüchteten im abgebrannten griechischen Flüchtlingslager Moria gesammelt. Ein logistischer Kraftakt mit viel Herzblut.

Das Schicksal der Menschen auf der griechischen Insel Lesbos und dem abgebrannten Flüchtlingslager Moria hat Sven Heinrici sehr bewegt. Und so wurde er über Nacht zum Organisator einer großen Spendensammlung in München. „Das Ganze startete mit einer Schnappsidee“, sagt Heinrici, „wir wollten mit einem 7,5-Tonner durch Deutschland fahren und Hilfsgüter zusammentragen.“

Damit wollte er die Aktion #EuropeCares der paneuropäischen Partei Volt, deren Ko-Kreis-Vorsitzender er in München ist, unterstützen. Schnell war klar – die Spendenbereitschaft der Münchner ist riesig. Und so haben Heinrici und seine Mitstreiter gut fünf Lkw-Ladungen allein in München gesammelt.

Sven Heinrici sammelte Spenden für Menschen in Moria

Etwa 120 Paletten sind innerhalb von drei Wochen bei Spendenaktionen in ganz Südbayern zusammengekommen, am Wochenende halfen in einer Halle, die die Messe München den Helfern kostenfrei zur Verfügung gestellt hatte, bis zu 100 Menschen beim Sortieren. Jetzt sollen die ersten Lkw mit Kleidung und Nahrungsmitteln nach Griechenland rollen.

Ganz schön viel Arbeit für Heinrici, der die Spendenaktion in seiner Freizeit koordinierte - neben seiner Arbeit bei der MVG, wo er für die Bereiche MVGRad und Jobticket zuständig ist.

Gebraucht werden vor Ort die unterschiedlichsten Dinge. Zwei Paletten Nudeln, eine Palette Reis sind dabei. Zehn Paletten mit Decken - und sehr viele Kleiderspenden. Die wollten natürlich auch sortiert werden, nach Herren- und Damen-Mode sowie nach den gängigen Kindergrößen.

Aber auch besondere Spenden kommen an: Heinrici berichtet von der Firma Einhorn in Berlin, die eine Palette Kondome gespendet hat. Auch diese werden dringend benötigt.

Den Transport nach Griechenland und die Verteilung vor Ort übernehmen die Münchner nicht selber. Den Transport übernimmt eine auf Hilfstransporte spezialisierte Organisation, die Verteilung vor Ort ist dann Sache der Nichtregierungsorganisationen, die die Lage auf der griechischen Insel am besten überblicken können.

Für Heinrici gilt es jetzt, organisatorisch klar Schiff zu machen. Sachspenden sammelt er vorerst nicht mehr, jetzt versuchen er und seine Mitstreiter, Geldspenden einzuwerben. Denn die Aktion hat gekostet: Kartons, Getränke für die Helfer, Nebenkosten für die Messehalle, Lkw-Mieten und Folie sowie Klebeband - „da sind gut 3000 Euro zusammengekommen“. Wer die Aktion unterstützen will, kann das auf der Webseite von Europe Cares tun.

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