Zuhause verzweifelt gesucht

Wohin mit den Kampfhunden? Münchner Tierheim völlig überbelegt

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Nur wenige trauen sich den Umgang mit ihnen zu: Kampfhunde sitzen im Münchner Tierheim oft lange Zeit ein. (Symbolbild)

Kampfhunde fristen im Tierheim München oft eine monatelanges Dasein bis sie wieder in ein liebevolles Zuhause finden. Schuld sind die strengen Regeln des Freistaats für deren Halter und jede Menge Vorurteile gegenüber den Tieren. 

München - Sie wollen genauso Zuwendung wie andere Hunde, gelten in Bayern aber als zu gefährlich, um sie als Haustiere zu halten: Kampfhunde, auch Listenhunde genannt. Unter diese Kategorie fallen im Freistaat 19 Rassen. Zu den potenziell gefährlichsten Rassen gehören Pit-Bull, Bandog, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Tosa-Inu. Eben weil man diese Tiere in Bayern nicht so einfach halten darf, landen sie oft in Tierheimen. Die Folge: Das Münchner Tierheim ist gnadenlos überbelegt.

München: Kampfhunde sind nur schwer vermittelbar

Kein Platz für die Hunde: „Für uns ist dies ein Zustand, den wir nicht hinnehmen können“, schreibt Claus Reichinger vom Münchner Tierschutzverein in einer Erklärung. Das Heim beherbergt zeitweise 20 Kampfhunde – bei insgesamt rund 120 Hunden im Haus. Und man tut alles, um die Tiere dennoch unterzubringen: In den letzten zwei Jahren konnten 70 Listenhunde in andere deutsche Bundesländer oder ins Ausland vermittelt werden, wo die Rassen gehalten werden dürfen. Doch diese Länder stoßen inzwischen selbst an ihre Kapazitätsgrenzen, wollen zunächst Listenhunde aus eigenen Heimen vermitteln. Zudem hat sich in Österreich die Gesetzeslage verändert, sodass nicht mehr alle Bundesländer Listenhunde aufnehmen dürfen.

Freistaat Bayern will an seinen Auflagen für Kampfhunde festhalten

Das Tierheim hat deshalb nun beim Innenministerium angefragt, ob man die Regeln zur Haltung der Listenhunde ändern könne – unter anderem deshalb, weil man nicht hinnehmen könne, dass „wir diese Tiere am Ende sogar töten müssen“. Das Innenministerium will von den bestehenden Regeln aber nicht abweichen. Die Tiere seien zu gefährlich.

Am kommenden Sonntag gibt es im Tierheim (Brukenthalstraße 6) von 10 bis 17 Uhr einen Infotag zu der Kampfhund-Problematik.

Laura Felbinger

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München wächst und das gilt nicht nur für die Zweibeiner: Es gibt immer mehr Hunde in München - doch viele Halter leisten sich ein dreistes Vergehen.

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