Vorfall führte zu vielen Veränderungen

McDonald's: Unglücks-Filiale in Trudering soll weg - sie war Schauplatz einer Katastrophe

Das Fast-Food-Restaurant heute. Es wurde an gleicher Stelle wieder aufgebaut.

Die McDonald’s-Filiale an der Wasserburger Landstraße in München war vor 32 Jahren Schauplatz einer Katastrophe. Bald wird sich das Grundstück deutlich verändern.

  • Die McDonald’s-Filiale an der Wasserburger Landstraße in Trudering war vor 32 Jahren Schauplatz eines schrecklichen Flugzeugabsturzes.
  • Das Unglück bringt damals die Diskussion über eine Verlegung des Münchner Flughafens ins Erdinger Moos in Gang.
  • Nun sollen auf dem Grundstück nach den Plänen eines Grünwalder Investors mehrere Wohn- und Geschäftshäuser entstehen.
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München - Der Flugzeugabsturz vom 11. August 1987 in Trudering gehört zu den schrecklichsten Unglücksfällen in der Geschichte Münchens. Zur Verlängerung seines Flugscheins für die Piper PA-31T ist ein Berufspilot mit dem Prüfer und einer Sekretärin des Luftamtes Südbayern unterwegs. Im Landeanflug auf den damaligen Flughafen Riem schaltet der Prüfer überraschend das Triebwerk ab.

München: McDonald’s-Filiale in Trudering soll weg - sie war Schauplatz eines tragischen Unglücks

Die Aufgabe: Trotzdem sicher zu landen. Doch der Flieger trudelt abwärts, der Pilot kann sie erst zu spät abfangen. Die Maschine rutscht über die Straßenkreuzung undrammt einen Linienbus, der in die McDonald’s-Filiale an der Wasserburger Landstraße rast. Auch der Flieger knallt gegen das Gebäude. Eine Tragfläche reißt,das Kerosin entzündet sich und setzt Gebäude, Flugzeug und Teile des Busses in Brand.

Bild des Grauens: Flugzeugtrümmer und der ausgebrannte Bus vor der zerstörten Filiale von McDonald’s an der Wasserburger Landstraße.

Es spielen sich schreckliche Szenen ab. Die Tragfläche enthauptet eine Radfahrerin, Fahrgäste des Busses rennen wie lebende Fackeln umher.Am Ende sterben durch den Absturz insgesamt neun Menschen. Von den 30 Verletzten sind einige für den Rest ihres Lebens gezeichnet. Die Unfallstelle sieht aus wie nach einem Bombenangriff. Das schreckliche Unglück bringt die Diskussion über eine Verlegung des Münchner Flughafens ins Erdinger Moos in Gang.

Trudering: Katastrophe führt zu vielen Veränderungen im bayerischen Luftraum

Seit dem Unfall werden die Prüfungen in Bayern nicht mehr von Beamten, sondern von Flugexperten abgenommen. Gegenüber dem Fast-Food-Restaurant steht an der Truderinger Straße einGedenkstein für die Opfer des Flugzeugabsturzes. Das Schnellrestaurant, das an gleicher Stelle wieder aufgebaut wurde, soll nun abgerissen werden.

Der Stadt liegen zwei Anträge eines Grünwalder Investors vor. Geplant ist der Bau von insgesamt zehn Wohn- und Geschäftshäusern an der Wasserburger Landstraße 52 bis 60. Das sind das McDonald’s-Areal plus die anschließenden Nachbargrundstücke, auf denen derzeit mehrere Autohäuser stehen. Entstehen sollen hier drei Riegel mit je etwa 50 Metern Länge und fast zehn Metern Höhe als Blockrandbebauung. Dahinter sollen sieben weitere reine Wohnhäuser gebaut werden, die rund neun Meter in die Höhe ragen.

München: Umbau des Orts der Katastrophe: Bezirksausschuss Trudering lehnt Anträge ab

Die Anträge sind eigentlich genehmigungsfähig, trotzdem hat der Bezirksausschuss Trudering sie abgelehnt. Denn der Stadtrat hat gerade erst eine Rahmenplanung für die Wasserburger Landstraße beschlossen. Darin ist auch der Teilbereich „Truderinger Linse“ definiert, zu dem die beiden Grundstücke gehören. An der Kreuzung vor dem heutigen McDonald’s stellen sich die Stadtplaner ein markantes Hochhaus mit sieben bis neun Geschossen vor.

Dazu entlang der Wasserburger Landstraße eine Randbebauung mit mindestens fünf Geschossen, also gut 19 Metern Höhe, sowie kleine Quartiersplätze und in zweiter Reihe deutlich niedrigere Gebäude als Übergang zu den angrenzenden Gartenstadt-Bereichen. Der Stadtrat fordert explizit Bebauungspläne für die Nachverdichtung sowie den„Nachweis der erforderlichen sozialen Infrastruktur in den Erdgeschosszonen“. Dies würden die vorgelegten Baupläne eindeutig aushebeln, mahnt Georg Kronawitter (CSU). Der BA hält deshalb an den Vorgaben der Rahmenplanung fest.

Pendlern droht in München die nächste Staufalle. Auf der Prinzregentenstraße werden die Grünphasen der Ampeln verkürzt. Doch hat die Stadt einen guten Grund für diese Maßnahme.

Carmen Ick-Dietl

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