Neues Video aufgetaucht

Wolf in München unterwegs? Entdeckung am Irschenberg jetzt bestätigt - angeblich auch in Riem

Ein Video einer mutmaßlichen Wolfsbegegnung nahe Irschenberg sorgt derzeit für Aufregung im Landkreis Miesbach. Auch in München-Riem soll es ähnliche Begegnungen gegeben haben.

Update vom 21. April, 22 Uhr: Ein Wolf-Video kursiert seit Anfang der Woche in den sozialen Medien (siehe Erstmeldung). Jetzt herrscht Gewissheit: Es ist ein Wolf - das bestätigte jetzt das Landesamt für Umwelt. Das Tier wurde nahe des Seehamer Sees gesichtet. Die Wolfsbegegnung am 19. April 2021 in Miesbach wurde in die Liste „Monitoring von Wölfen“ aufgenommen. Sein Verhalten bewertet das Landesamt als unauffällig. „Wir gehen von einem durchwandernden Einzeltier aus“, sagte ein Sprecher. Gerade zur Paarungszeit, legten vor allem junge Rüden auf der Suche nach einem eigenen Territorium sehr weite Strecken zurück, berichtet Merkur.de*. Das können täglich 50 bis 70 Kilometer oder mehr sein. Ob tatsächlich in der Nähe von Riem ein Wolf gesichtet wurden, ist dagegen zunächst noch unklar.

Wolf-Alarm in München? Nach Entdeckung am Irschenberg - angeblich auch in Riem aufgetaucht

Erstmeldung vom 21. April 2021

München - Es sind nur einige Sekunden, die der Clip, der gestern bei Facebook auftauchte, zeigt: Man sieht ein Tier, das ausschaut wie ein Wolf und seelenruhig über eine Wiese geht, aufgenommen von einem Autofahrer. Völlig unbeeindruckt trottet das Tier über die Straße. Die Szene stammt vom Seehamer See zwischen Irschenberg und Weyarn, berichtet die Merkur.de*. Aufgenommen wurde sie offenbar am Montag – von wem, ist bislang unbekannt.

„Es ist mutmaßlich ein Wolf zu sehen“ - doch es gibt noch Zweifel

Das Landratsamt Miesbach überprüfte das Video und leitete den Fall an das Landesamt für Umwelt weiter. Ergebnis: „Es ist mutmaßlich ein Wolf zu sehen“, so ein Sprecher des Landesamtes zur tz. Genaueres ließe sich nur durch eine DNA-Analyse von Spuren sagen, die das Tier hinterlassen hätte. Die gibt es im Moment aber nicht.

Das letzte Mal wurde im Landkreis Miesbach 2015 ein Wolf nachgewiesen, es gab zwei Schafrisse, das Gleiche geschah zeitnah in Zorneding (Kreis Ebersberg), außerdem wurde in Putzbrunn ein mutmaßlicher Wolf gesichtet. Im April 2017 hatte ein Artgenosse nahe St. Heinrich am Starnberger See vier Schafe getötet, ein Jahr zuvor tappte einer bei Machtlfing nahe Andechs in eine Fotofalle. Im Oktober 2020 wurde ein Damwild in einem Gehege bei Mauern (Kreis Freising) Opfer des Raubtiers, im Januar dieses Jahres nahe Pfaffenhofen an der Glonn (Kreis Dachau) ein Reh. DNA-Proben haben den Wolfsangriff im Adelzhauser Forst Ende Januar 2021 bestätigt, wie Merkur.de berichtete. Etwa zeitgleich wurde ein Wolf bei Landsberg überfahren und getötet. Letztere Tiere könnten zu einem Rudel gehört haben, das zwischen Augsburg und München lebt.

Wolf in München-Riem aufgetaucht? Behörden liegen keine Hinweise vor

Laut Tegernseer Stimme zum Wolfs-Video stammen diese Szenen aus Wayern. Und: „Weitere Bilder sind angeblich in München-Riem aufgetaucht.“ Das Münchner Referat für Klima- und Umweltschutz hatte am Dienstag aber keine Informationen über Wolfssichtungen. Auch das Landratsamt erklärte: „Bislang sind uns keine Wolfsbeobachtungen im Landkreis München bekannt.“

Die Rückkehr von Meister Isegrim

1882 wurde der letzte Wolf in Bayern geschossen, und über hundert Jahre lang setzte kein Wolf ­seine Pfoten auf bayerischen Boden. Seit etwa 20 Jahren kehren die Raubtiere wieder zurück. Sie wandern aus Ostdeutschland und den Alpen ein. 2006 wurde der erste Wolf wieder in Bayern nachgewiesen, Anfang 2018 gab es drei standorttreue Paare. In Bayern gibt es mittlerweile in acht Regionen standorttreue Tiere. Immer wieder streifen weitere Wölfe aber weit umher, meistens auf der Suche nach einem neuen Revier.*tz.de und Merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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