Unschuld beteuert

Mutmaßlicher Mörder von Riem: Vor Gericht lachte er

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Osman N. (37) bestreitet den heimtückischen Mord. Laut Anklage handelte er wegen der Trennung aus verletztem Ehrgefühl.

Am Dienstag begann der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder von Riem, der vor einem knappen Jahr seine Frau mit 20 Messerstichen tötete. Vor Gericht lachte der Angeklagte.

München - Er grüßt. Er lacht. Er wirkt wie gelöst. „Ich vertraue der deutschen Justiz“, sagt Osman N. (37) am Dienstag im Landgericht. Er zeigte weder Angst noch Reue – dabei wird ihm wegen Mordes des Prozess gemacht! Laut Anklage soll der Syrer seine geschiedene Ehefrau brutal erstochen haben. Aus Eifersucht, weil sie einen anderen Mann liebte!

Spaziergänger fanden die blutüberströmte Leiche von Hasnaa A. (30) in einem Riemer Waldstück. Am 29. April 2016 kam die vierfache Mutter nahe des Gaspari-Bogens 20 grausam zu Tode. Die Staatsanwaltschaft hält Osman N. für den Mörder – er aber bestreitet die Tat. Videoaufnahmen aus der U-Bahn zeigen allerdings, wie er seine Ex-Frau am frühen Morgen in Richtung des Tatorts begleitet hat. Minuten später ist Hasnaa tot. Ermordet durch mindestens 17 Messerstiche – und Knochenbrüche durch heftige Prügel.

Anklage: Mord aus Heimtücke

Die Anklageschrift gleicht dem Drehbuch für einen Horrorfilm: Am Waldrand soll Osman N. seiner Frau den ersten Stich versetzt haben – von hinten, ohne dass sie etwas ahnte. Gegen 7.40 Uhr begann der Todeskampf. Immer wieder soll N. ihr die 20-Zentimeter-Klinge in den Körper gerammt haben. In die Hüfte. In den Bauch. In den Rücken. Und handelte laut Anklage mit immensem „Vernichtungswillen“. Mehr als zehn Minuten lang soll er die schwer verletzte Frau im Wald vor sich hergetrieben und „mit stumpfer Gewalt“ geschlagen haben. In Todesangst verlor Hasnaa A. ihre Schuhe und lief barfuß um ihr Leben – ihrem Mörder ausgeliefert, der immer wieder auf sie einstach. Bis sie um kurz vor acht Uhr zusammenbrach. Zwei Messerstiche hatten sie in Hals und Lunge getroffen – tödlich!

Laut Anklage ein Mord aus Heimtücke und niederen Beweggründen. Osman N. soll nicht verkraftet haben, dass Hasnaa sich von ihm scheiden ließ und im vergangenen Jahr Ali G. heiratete. Ihn hatte sie in einer Flüchtlingsunterkunft in Eisenhüttenstadt (Brandenburg) kennengelernt, wo sie mit dreien ihrer vier Kinder lebte. Mit einem Sohn war Osman N. vorher über die Türkei aus Syrien geflohen – und lebte mit ihm in einer Asylunterkunft in der Messestadt. Dorthin soll er seine Ex-Frau gelockt haben – unter dem Vorwand, dass es dem Bub schlecht gehe. Aus Liebe kam sie nach München – und fand den Tod.

Angeblich ging es ihm um die Kinder

Vor Gericht beteuert Osman N. seine Unschuld. Angeblich sei er von Ali G. bedroht worden. Details will er nicht verraten, aus Angst um seine Kinder. Sie wollte er laut Anklage zu sich holen – er soll Hasnaa A. als „sein Eigentum“ betrachtet haben, die kein Recht zu leben habe, wenn nicht mit ihm. Die deutsche Justiz stellt solche Taten unter Strafe: Auf Mord steht Lebenslang.

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