Polizei fahndet öffentlich

Nach Bluttat in Riem: Wer hat diesen Mann gesehen?

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Nachdem er versucht hatte, seine Frau zu erstechen, flüchtete der Tatverdächtigen Moayad Ismail Ahmad.

München - Versuchter Mord in Riem: Ein 44-Jähriger hat mit einem Messer auf seine Ex-Frau eingestochen und sie lebensgefährlich verletzt. Seitdem ist der Iraker, der bereits per Haftbefehl von der Polizei gesucht wurde, auf der Flucht.

Erst vor ein paar Tagen war der Scheidungstermin von Moayad Ismail Ahmad und seiner 37-jährigen Frau. Der 44-Jährige erschien nicht vor Gericht, die Ehe wurde trotzdem für beendet erklärt. Möglicherweise hat das endgültige Scheitern der Beziehung den Iraker am Sonntag zu einer blutigen Tat getrieben: Um 14.08 Uhr klingelte er an der Tür der Erdgeschoss-Wohnung in der Elisabeth-Mann-Borgese-Straße in der Messestadt Riem. Dort hatte er bis zur Trennung im August 2013 gelebt. Nachdem ihm geöffnet worden war, ging er in die Wohnung und stach seine Ex-Frau und Mutter der gemeinsamen vier Kinder mit einem Messer nieder.

Familienangehörige – darunter die Kinder – und Freunde, die zufälligerweise zu Besuch waren, versuchten verzweifelt, den 44-Jährigen zurückzuhalten. Doch der Versuch scheiterte. Der Iraker fügte seiner ebenfalls aus dem Irak stammenden Ex-Frau lebensbedrohliche Verletzungen am Bauch und im Brustbereich zu. Die Zeugen der Bluttat verständigten sofort den Notarzt. Im Krankenhaus wurde die 37-Jährige notoperiert. „Mittlerweile ist der Zustand der Frau stabil, aber immer noch nicht besonders gut“, berichtet Kriminaldirektor Frank Hellwig.

Der 44-Jährige war der Polizei kein Unbekannter: Gegen den Mann liegt bereits ein Haftbefehl vor. Als das Ehepaar noch das gemeinsame Sorgerecht für die Kinder hatte, verschleppte er im August 2013 die beiden jüngeren Buben (sieben und neun Jahre) in den Irak. Durch Vermittlung von Familienangehörigen gelang es im Dezember 2013, die Kinder wieder in die Obhut der Mutter zu holen. Seitdem hat sie das alleinige Sorgerecht. Neben den beiden Buben hat das Ehepaar einen Sohn (19) und eine Tochter (22). Wie Kriminaldirektor Hellwig berichtet, war Ahmad bereits im Juli 2013 wegen häuslicher Gewalt gegen seine Tochter und seine Frau aktenkundig geworden. Verfahren wurde seinerzeit keines eingeleitet. Nach der Kindesentführung tauchte er dann unter.

Wie es der Mann geschafft hat, trotz internationalen Haftbefehls und Kontaktverbots zu seiner Familie unbemerkt nach München zu kommen, ist bislang unklar. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann noch nicht lange hier gewesen sein kann. Es gibt jedenfalls keine Hinweise darauf, dass er vor der Tat zu seiner Familie Verbindung aufgenommen hatte. Ob der Mann einen Wohnsitz hat und einem Beruf nachgegangen ist, ist laut Hellwig unbekannt.

Obwohl die Polizei mit einem Großaufgebot vor Ort war und die Fahndung läuft, ist unklar, wo sich Moayad Ismail Ahmad aufhält. Nach dem Messer-Angriff ist er über die Terrasse und den angrenzenden Garten geflüchtet. Ob die Blutspuren vor dem Haus darauf hindeuten, dass er sich bei der Tat selbst verletzt hat, kann Hellwig nicht sagen. Da auf den 44-Jährigen kein Auto zugelassen ist und er keinen deutschen Führerschein besitzt, geht der Kriminaldirektor davon aus, dass er mit öffentlichen Verkehrsmitteln geflüchtet ist. Deshalb werden auch Videoaufnahmen ausgewertet. Gegen den 44-Jährigen ist Haftbefehl wegen versuchten Mordes erlassen worden.

Der Fall erinnert an den Mordfall in Riem Anfang September: Der 62-jährige Iraner Abbas-Ali Rahat-Farimani steht im Verdacht, seine Frau (47) getötet zu haben. Danach setzte er sich mit seinen beiden Kinder vermutlich ins Ausland ab. Er ist noch immer auf der Flucht.

Blutiges Ehedrama

Blutiges Ehedrama: Mann sticht Frau nieder und flüchtet

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