Nach dem Oktoberfest

Gastronom Kuffler macht seine Metzgerei zu 

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Nach dem Oktoberfest macht die Kuffler-Familie Schluss mit der Metzgerei: Das Gastrounternehmen lässt sich in Zukunft das Fleisch und die Wurst für die eigenen Restaurants zuliefern.

Die Gastrofamilie Kuffler sperrt die hauseigene Metzgerei in Riem zu. Das Unternehmen sei zu groß geworden, heißt es. Fleisch und Wurst sollen künftig zugeliefert werden. Jürgen Lochbihler, Wirt des Gasthauses „Der Pschorr“ am Viktualienmarkt, hat das Gebäude bereits gepachtet.

München - Es muss für Roland Kuffler (79) und seine Söhne eine schwere Entscheidung gewesen sein: Mit dem Ende des Oktoberfests stellt die Münchner Gastronomen-Familie heuer die Fertigung ihrer Wurst- und Fleischprodukte in der eigenen Metzgerei in der Otto-Perutz-Straße in Riem ein. „Zu der romantischen Vorstellung von einem Dorfwirt mit angeschlossener Metzgerei passt unser Unternehmen mit seiner Größe nicht mehr“, sagt Geschäftsführer Stephan Kuffler (50).

Freut sich: Pschorr-Wirt Jürgen Lochbihler.

Ein anderer großer Münchner Gastronom freut sich: Jürgen Lochbihler, Wirt der Gaststätte „Der Pschorr“ am Viktualienmarkt, nutzt ab November das Gebäude der Metzgerei. Sebastian (41), der jüngere Sohn des Wirtepaares Doris und Roland Kuffler, hat am Mittwoch einen Pachtvertrag über das Fertigungsgebäude im Gewerbegebiet unterzeichnet. Er werde dort künftig „eine Suppenproduktion etablieren – und natürlich meine Pschorr-Spezialitäten, das Murnau-Werdenfelser Rind, verarbeiten“, sagte Pschorr-Wirt Lochbihler unserer Zeitung gestern.

Spatenhaus, Seehaus, Weinzelt - ein wahres Imperium

Schweren Herzens: Stefan Kuffler kauft die Wurst nun zu. 

Roland Kuffler, der sich mit 79 Jahren langsam aus den Geschäften zurückzieht, ist Patron eines wahren Gastro-Imperiums. Dazu gehören unter anderem das Spatenhaus an der Oper, das Seehaus im Englischen Garten und das Weinzelt auf der Wiesn. Die Metzgerei der Familie lag ursprünglich in einem Wohngebiet in Laim, wurde in den 2000er-Jahren aber zu klein und war den Nachbarn nicht mehr zumutbar. Deshalb entschieden sich die Kufflers 2012 zu einem Neubau in Riem. Mit dem aktuellen Wachstum der Gruppe wäre aber ein weiterer Ausbau nötig gewesen, so das Unternehmen. Zudem hätten sich die zunehmenden gesetzlichen Auflagen seitens der EU als überaus zeitaufwendig erwiesen. Stattdessen entschied man sich nun für den harten Schnitt. Kuffler verspricht: „Die hohe Qualität der Fleisch- und Wurstwaren in den Restaurants ist auch weiterhin gewährleistet. Wir haben mit diversen Zulieferern bereits Verkostungen angestellt und werden uns der besten Möglichkeiten bedienen.“

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