Stadt will Neubau weiter bezuschussen

Noch mal 250.000 Euro für das neue Katzenhaus

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München - Hund, Katze, Maus sind den Münchnern wahrlich lieb und teuer! So teuer, dass die Stadt noch eine halbe Million fürs neue Katzenhaus zur Verfügung stellt.

Seit 2012 bekommt der Tierschutzverein mehr als eine Dreiviertelmillion Euro pro Jahr fürs Tierheim, im vergangenen Jahr überwies die Stadt zusätzlich eine halbe Million fürs neue Katzenhaus – jetzt entscheidet das Rathaus noch einmal über eine Viertelmillion für den Bau. Hund, Katze, Maus sind den Münchnern wahrlich lieb und teuer!

Pfarrer Rainer Schießler gab seinen Segen, Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) war auch da: Schon im Juni feierten Tierschutzvereins-Chef Kurt Perlinger und die Mitarbeiter Richtfest am Katzenhaus (tz berichtete). Rund 200 Miezen sollen in den 85 Zimmern (auch Einzelzimmer mit mindestens acht Quadratmetern, Balkon oder Auslauf) auf zwei Etagen und zusammen 2200 Quadratmetern unterkommen. Mittlerweile spricht der Tierschutzverein gar von einem „Katzendorf“. Aber: Im Juni waren 1,3 Millionen Euro verbaut – 900.000 Euro fehlten. Die SPD forderte, noch einmal 250.000 Euro zuzuschießen.

Morgen entscheidet der Stadtrat darüber: KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle (das Tierheim läuft unter Sicherheit und Ordnung) befürwortet den Zuschuss zwar, er formuliert den Politikern gegenüber aber einige „Bedenken“:

  • Der Tierschutzverein habe auch mit Gemeinden im Landkreis sowie mit Erding samt Flughafen Verträge über die Unterbringung von Tieren. Jede siebte Katze stamme aus dem Umland – Zuschüsse gäben die Gemeinden nicht.
  • Das Heim nehme auch aus anderen EU-Ländern importierte Katzen auf – während der Platz für die Münchner Miezen fehle.
  • Ein großer Teil des Neubaus diene gar nicht Katzen: 42 Prozent der Flächen seien Laden, Lager, Teeküche oder Casino. Im Obergeschoss gebe es drei Dienstwohnungen. Außerdem habe der Tierschutzverein Fragen des KVR über Finanzierung und Zahl der Tiere bislang nicht oder unzureichend beantwortet.
Alle waren da: Pfarrer Rainer Schießler, Bürgermeisterin Christine Strobl, Architekt Ralph Maurer, Tierschutzvereins-Chef Kurt Perlinger und Stadtrat Hans Dieter Kaplan.

Blume-Beyerle erkennt aber an, dass die Gebäude zum Teil aus den 50er-Jahren stammten, dass immer mehr Tiere in er Stadt gehalten würden, und dass eine gute Unterbringung nötig sei. Allerdings dürfe das Tierheim der Stadt dann nicht die Kosten hinterher über gestiegene Tagessätze pro Katze ein zweites Mal in Rechnung stellen. Schließlich veranschlage der Tierschutzverein schon jetzt weitere 1,8 Millionen für ein neues Hundehaus.

David Costanzo

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