Letzter Bauabschnitt

Ausbau: Die Riem Arcaden werden noch größer 

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Der „Portikus“ soll zum Markenzeichen werden – eine Stahldach-Konstruktion, die auf Säulen und dem Hoteldach aufgelegt ist.

München - Die Riem Arcaden werden erweitert. An der Westflanke des Einkaufszentrums soll ein Neubau mit rund 18.500 Quadratmetern Mietfläche entstehen. Unter anderem soll dort ein neues „Motel-One“ mit 311 Zimmern einziehen.

Der Mietvertrag für das Hotel mit einer Laufzeit von 25 Jahren wurde gerade erst auf der Münchner Messe Expo-Real abgeschlossen, wie unsere Zeitung erfuhr. Für die restlichen knapp 10 000 Quadratmeter sind neue Einzelhandelsgeschäfte vorgesehen.

„Zwei bonitätsstarke Partner konnten bereits gewonnen werden“, erklärt Fabian Hellbusch von der Union Investment Real Estate GmbH. Die Namen könne er allerdings noch nicht nennen. Sie würden jedoch die Attraktivität der Riem Arcaden zusätzlich steigern. Zudem plane Union Investment, eine Großfläche mit einem Sportartikel-Hersteller zu belegen. „Einen konkreten Partner gibt es hier noch nicht.“ Ist damit der von den Messestädtern so heiß ersehnte Discounter in dem Gebäude vom Tisch? „Nein, das könnte durchaus ein Mieter sein“, sagt Hellbusch.

Der Bauantrag für das West-Gebäude soll noch bis zum Jahresende bei der Stadt eingereicht werden. Da dort bereits Baurecht besteht, ist mit einem schnellen Baustart im nächsten Jahr zu rechnen. Die Fertigstellung soll laut Hellbusch Mitte 2018 sein.

Abschluss des Ensembles am Willy-Brandt-Platz

Der Neubau ist endlich der städtebauliche Abschluss des Ensembles am Willy-Brandt-Platz, für den immer eine dreiseitige Bebauung vorgesehen war, von der bis heute allerdings nur die Gebäude auf der Süd- und Ostseite umgesetzt wurden. Neben dem Shoppingcenter mit insgesamt 138 Läden gehören dazu auch Büros, Wohnungen, sowie das Novotel München-Messe. Auf dem 4000 Quadratmeter großen Grundstück direkt gegenüber sollte eigentlich ein Multiplex-Kino mit 2900 Plätzen entstehen. Auch wenn der Investor immer wieder vertröstete, war doch recht schnell klar, dass daraus nichts wird.

Das neue Gebäude macht nun auch den „Portikus“ endlich möglich. Es geht um eine etwa 22 Meter hohe und 150 Meter lange Stahldach-Konstruktion, die auf Säulen sowie auf die Dächer des bestehenden sowie des neuen Hotels aufgelegt wird. Ein architektonisches Merkmal, mit dem sich das Ensemble schräg gegenüber des Haupteingangs zur Neuen Messe städtebaulich absetzen will. Eine Nutzung dieser Fläche ist laut Hellbusch nicht angedacht. Beim Realisierungswettbewerb vor 20 Jahren hatte man noch unter anderem über eine Laufbahn fürs Fitness-Center spekuliert. In der Messestadt wird der städtebauliche Akzent Portikus seit der Eröffnung der Arcaden im Jahr 2004 erwartet. Schließlich war der Willy-Brandt-Platz als repräsentativer Vorplatz des Viertels und dessen kommerziellen Zentrums gedacht gewesen.

Komplette Neuplanung des Platzes abgelehnt

In den letzten Wochen waren bereits Stimmen laut geworden, die eine komplette Überplanung des unvollendeten Areals forderten, das auch als „Platz der Leere“ verspottet wird. Das Planungsreferat lehnte jedoch ab. Erst mit der Realisierung von Bebauung und Portikus werde die räumliche Platzkonzeption erlebbar. Trotz positivem Bauvorbescheid könne man jedoch nichts über den Zeitpunkt der Realisierung sagen, hieß es noch im September. Um auf dem Platz wenigstens ein paar positive Impulse zu setzen, stellte das Baureferat große bunte Stadtmöbel nach Wiener Vorbild auf dem Platz auf.

Die nun angekündigte Erweiterung um ein zweites Hotel stelle die Riem Arcaden auf eine noch breitere Basis, erklärt Volker Noack von der Geschäftsführung der Union Investment Real Estate. Der Standort habe sich ausgesprochen erfolgreich entwickelt. „Wir trauen uns zu, bis zur Fertigstellung eine Vollvermietung zu erreichen.“

Carmen Ick-Dietl

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