Unterschriften werden gesammelt

Sie fordern: Lasst unsere Hunde endlich im See baden!

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Darf nur auf dem Arm ans Wasser: Hund Isy mit Herrchen Frank Held und Frauchen Galina Chayka.

Zur Abkühlung mal kurz ins Wasser springen - was der Mensch am Riemer See darf, bleibt dem Hund verwehrt. Nun sammelt eine Initiative in München Unterschriften, damit Hunde dort auch baden dürfen.

  • Im Riemer See gilt ein Badeverbot für Hunde.
  • Ein Herrchen sammelt Unterschriften für dessen Aufhebung.
  • Auch ein eigenes Hunde-Bad wäre eine Möglichkeit.

München - An heißen Tagen freut sich nicht nur der Mensch über einen Sprung ins kühle Nass, auch Hunde erfrischen sich gerne auf diese Art. Dass die Vierbeiner am Riemer See nicht ins Wasser dürfen, ärgert Frank Held. Der Truderinger geht mit seiner Hündin Isy häufig im Riemer Park spazieren und würde dem Kongo-Terrier-Mix gerne öfter mal eine Abkühlung gönnen.

„Hunde können ihre Körpertemperatur nicht übers Schwitzen regeln, sie machen das übers Hecheln“, erklärt Held. An warmen Tagen erhöhe sich die Atemfrequenz so von 30 auf bis zu 400 Atemzüge pro Minute. Besonders für ältere Hunde ein Kraftakt mit erhöhtem Gesundheitsrisiko, der mangels Wasser sogar zum Hitzekollaps führen kann. Doch der Badebereich ist für Hunde tabu.

Hunde-Badeverbot im Riemer See: Nur Überlaufbecken als Ausweichmöglichkeiten

Als einzige Möglichkeit sieht Herrchen Held die beiden bestehenden Überlaufbecken westlich der Seebrücke. „Aber die sind durch Hundeverbots-Poller markiert.“ Den Hund dort baden zu lassen, werde durch Security-Dienste als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldstrafe geahndet. Held fordert deshalb von der Stadt, die Verbote aufzuheben. Alternativ könnte auch eine neue Bademöglichkeit für Hunde angelegt oder ein Teil des Riemer Sees für Hunde abgetrennt werden.

Über 400 Unterstützer-Unterschriften hat er schon zusammen, gesammelt vor allem bei Veranstaltungen im Münchner Tierheim. Auch Kurt Perlinger, Chef des Münchner Tierschutzvereins, unterstützt die Aktion. „Im über 70 Millionen teuren Erholungspark sind Hunde scheinbar unerwünscht“, poltert Perlinger. Die Behörden hätten hier bisher kein Herz für Hunde gezeigt. Dabei hätten Tiere auch Rechte, der Tierschutz sei sogar im Grundgesetz und in der Bayerischen Verfassung verankert. „Wir wünschen uns eine Badestelle für Münchens Zamperl im Riemer Erholungspark!“

In Johanneskirchen steht ein beinahe komplett ungenutztes Gebäude. Darüber ärgern sich die Anwohner. Zugleich steigt die Verunsicherung. Wie geht es weiter?

Hunde-Badeverbot im Riemer See: Westufer ist Biotop

Es gibt aber Gründe, warum die Hunde nicht ins Überlauf- und Sickerbecken reindürfen. Das naturnahe Westufer mit seinem breiten Röhrichtgürtel in der Flachwasserzone ist ein Biotop und dient der Wasserreinigung des künstlich angelegten Sees. Dadurch wird eine gleichbleibende Qualität des Sees sichergestellt. Die Hunde dürfen auch nur an der Leine zum Saufen, weil sonst Amphibien und Seevögel gestört werden könnten.

Der Einbau eines eigenen Hunde-Bads müsste erst von Landschaftsarchitekt Gilles Vexlard abgesegnet werden. Der Schöpfer des Riemer Parks besitzt das Urheberrecht und muss Veränderungen ausdrücklich zustimmen. Held hat seinen Antrag jetzt bei der Stadt eingereicht und will weiter fleißig Unterschriften sammeln.

ÖDP und FDP wollen Vierbeinern das Baden ermöglichen

Bestimmte Bereiche an Badeseen sollen außerhalb der Schwimmsaison von Oktober bis Mai für Hunde geöffnet werden. Das fordert die ÖDP in einem Antrag. Speziell für den Riemer See will die ÖDP ein neues Überlaufbecken prüfen lassen, das speziell für Hunde errichtet werden soll. Diese Anregung stammt von der Bürgerinitiative.

Auch die FDP hat einen ähnlichen Antrag gestellt. OB-Kandidat Jörg Hoffmann sagte: „Der Riemer Park ist ein beliebtes Ausflugsziel für Mensch und Hund. Der See befindet sich in einem für Hunde verbotenen Bereich. Halter begehen eine Ordnungswidrigkeit, wenn sie ihre Hunde dort baden lassen.“ ÖDP-OB-Kandidat Tobias Ruff sagte: „Die ökologische Funktion von Gewässern ist für das Klima, unsere Flora und Fauna von großer Bedeutung. Viele Vögel nutzen den Rohricht- und Schilfbereich zum Brüten. Wenn wir bestimmte Bereiche für Hunde vorsehen, erzielen wir auch eine Lenkungswirkung, die auch die Bedürfnisse unserer Wildtiere berücksichtigt und schützt.“

Ein Selfie mit einem Hund geht schief und das Foto wird im Internet begeistert gefeiert. Wie merkur.de* berichtet, starb Hund Nicky, nachdem die Tierrettung einen Einsatz verweigert hatte - die weist die Vorwürfe jedoch zurück. Ein Streit beim Gassigehen endete mit Pfefferspray und Platzwunde. Weil ein Hund Angst vor einem Feuerwerk hat, stirbt das Tier in den Armen seines Herrchens - die dramatischen Fotos gehen viral.

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Carmen Ick-Dietl

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