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Wegen vieler Auflagen

Schulbauernhof in Riem: Kosten steigen immer weiter

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Das städtische Gut Riem, hier ein Bild aus dem Jahr 2011. 

Beim geplanten Schulbauernhof auf dem Gut Riem laufen die Kosten davon. Aus einst 750.000 Euro sind nun 1,8 Millionen Euro geworden. Und das auch wegen scheinbar abstruser Auflagen. Der Stadtrat ist empört.

München - Axel Markwardt gilt als ruhiger, ja kommoder Typ. Ein Mann gepflegter Worte. Als umgänglich, als jemand, der selten aus der Rolle fällt. Unlängst war das anders. „Ich bekenne gerne, dass ich Dinge gesagt habe, die nicht protokollfähig sind.“ Geschehen ist dies, als der Kommunalreferent erfahren hat, was der geplante Schulbauernhof auf dem Gut Riem kosten soll: 1,8 Millionen Euro, damit fast dreimal so viel wie ursprünglich kalkuliert. „Wir haben leider wieder die Erfahrungen machen müssen, dass, wenn die Stadt ein Projekt plant, die Aufsichtsbehörde besonders sportlich wird.“

Die Stadt plant das seit 1997 als Biolandbetrieb geführte Gut Riem mit seinen circa 90 Hektar Acker- und Wiesenflächen zum Begegnungsort für die Stadtbevölkerung mit der Landwirtschaft und Umwelt weiterzuentwickeln. Es soll ein Schulbauernhof entstehen, Kinder und Jugendliche sollen sogar mit anpacken beim Stallausmisten oder Tierefüttern.

Bereits jetzt bietet das Gut Riem mit dem Krautgartenprojekt oder der Kartoffelselbsternte die Möglichkeit, selbst aktiv an der landwirtschaftlichen Arbeit mitzuwirken. Auch Schulklassen und Kindergartengruppen kommen im Rahmen von Projekttagen im Bereich Pflanzenbau und Boden in den Genuss dieses Lernortes. Momentan finden circa 60 Projekttage pro Jahr statt.

2013 wurde der Neubau eines erlebnispädagogischen Tierstalles am Gut Riem beantragt. 2015 gab die Stadt grünes Licht für eine weitere Planung. Die Kosten für das Projekt wurden damals auf 750 000 Euro beziffert. Doch wegen umfangreicher Abstimmungen mit dem Betriebsärztlichen Dienst, Fachdienst für Arbeitssicherheit, Veterinäramt und dem Biolandverband verzögerte sich die Umsetzung erheblich. Außerdem mussten Umplanungen vorgenommen werden, die zu einer erheblichen Kostensteigerung beitrugen. Anfang 2016 wurden die Ausgaben exorbitant, beliefen sich auf über zwei Millionen Euro. Das Konzept sollte überarbeitet werden, um die Kosten zu senken. Mit wenig Erfolg. Es kamen sogar Auflagen hinzu.

Am meisten Unverständnis herrschte bei den ehrenamtlichen Stadträten darüber, dass für die Besucher Klamotten zur Verfügung gestellt und für den Schulbauernhof eine Hygieneschleuse eingebaut werden soll. „Das führt das ganze Projekt ad absurdum“, sagte CSU-Fraktions-Vize Kristina Frank. Wer auf einen Bauernhof gehe, der solle auch das pure Erlebnis haben, mit allem, was dazugehört. „Das Gesamtpaket begrüßen wir, aber die Kosten sehen wir als schwierig an. Und wir fragen uns, wie es möglich ist, von der Steigerung herunterzukommen.“ Ulrike Boesser, die Sprecherin der SPD im Kommunalausschuss, sah das ähnlich: „Wir sind verärgert über die Auflagen, die dazu gekommen sind. Das wirkt wie ein militärischer Hochsicherheitstrakt. So können wir dem nicht zustimmen.“

Herbert Danner (Grüne) verstand die Einwände, jedoch: „Die Auflagen gibt es, die kommen von übergeordneten Stellen. Und wir werden gezwungen sein, so tief in die Tasche zu greifen, wenn wir das haben wollen.“

Axel Markwardt soll nun abermals mit der Aufsichtsbehörde sprechen. „Es gibt ja Ermessensspielräume“, sagte der Kommunalreferent. „Aber unter einer Million Euro werden wir es wohl nicht schaffen.“

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