Einfach niedergemäht

Rasenroboter sind eine tödliche Gefahr für Igel

+
Das Opfer eines Mähroboters.

Sie skalpieren oder zerhäckseln sie gar -  Mähroboter sind für Igel eine tödliche Gefahr. Der Tierschutzverein in München schlägt Alarm.

München - Sie sollen den Menschen eine lästige Arbeit abnehmen – für Igel können sie zur Todesfalle werden! Rasenroboter halten das heimische Grün immer akkurat gestutzt, ohne dass der Hausherr eingreifen muss. Weil Igel bei Gefahr aber nicht flüchten, sondern sich blitzschnell zu einer stacheligen Kugel einrollen, können ihnen die Roboter gefährlich werden.

Die Mähroboter überrollen die Tiere, skalpieren oder zerhäckseln sie gar, schlagen Münchner Tierschützer Alarm. Die Gefahr sei besonders hoch, wenn Gartenbesitzer ihre automatischen Rasenmäher nachts oder in der Dämmerung laufen lassen – denn dann sind die Tiere im Garten aktiv.

Das Problem: Die meisten Mähroboter erkennen kleine Tiere nicht als Hindernis. Kleine Igel können dabei komplett überrollt und verletzt oder getötet werden. Lydia Schübel vom Tierschutzverein München hat solche Fälle zuhauf dokumentiert – und ihre Fotos sind nichts für schwache Nerven. Einigen Igeln fehlt fast das ganze Gesicht, andere haben große Teile ihres Stachelkleids eingebüßt. Die Tiere würden oft nicht komplett niedergemäht, durch die Klingen der Maschinen aber übel verletzt, erklärt Schübel. „Nachts sind Igel auf Beutezug, sie sehen die Maschinen nicht als Gefahr“, sagt die studierte Biologin, die sich im Tierheim unter anderem darum bemüht, verletzte Igel wieder aufzupäppeln. „Evolutionär haben sie Feinde, auf die sie reagieren – aber das sind keine lautlosen Roboter.“

Lydia Schübel vom Tierschutzverein München mit einem verletzten Igel.

Igel haben keine Chance

In den vergangenen Jahren seien immer mehr Igel ins Tierheim gebracht worden, die einem Mähroboter in die Quere kamen. Zumeist von Nachbarn, denn die Tiere versuchten erst einmal, sich verletzt weiterzuschleppen, erklärt die Biologin. Nur die wenigsten Igel überlebten.

Nicht nur für Igel sind die Roboter gefährlich. Stiftung Warentest hatte im Frühjahr bei allen getesteten Mährobotern ein Unfallrisiko vor allem für Kinder festgestellt. Der Rat der Hersteller: „Leben Kinder und Haustiere im Haushalt, sollte der Mäher nicht arbeiten, wenn auf dem Rasen gespielt wird.“

Smart Gardening: So funktioniert die automatisierte Gartenpflege

Igel-Quäler haben vergangenes Jahr in München für Schlagzeilen gesorgt. Zwei Männer hatten sich einen Spaß daraus gemacht, einen Igel als Fußball zu benutzen. 

Das Münchner Tierheim kümmert sich jedes Jahr um die Aufzucht von kleinen Igeln, die vermutlich keine Mutter mehr haben.

Igel-Sex führt zu Polizeieinsatz

Weil er ein verdächtiges Geräusch gehört hat, alarmierte ein Erlanger die Polizei. Die Beamten ertappten aber keinen Einbrecher auf frischer Tat - sondern zwei Igel beim Liebesakt, berichtet Merkur.de.

Unsere wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Mein Trudering/Riem“.

dpa/tz

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Mann packt vor 30-Jähriger in Bus sein Geschlechtsteil aus - damit geht das Grauen erst los
Mann packt vor 30-Jähriger in Bus sein Geschlechtsteil aus - damit geht das Grauen erst los
Party-Ärger an der Isar: Anwohner dokumentiert seine schlaflose Nacht
Party-Ärger an der Isar: Anwohner dokumentiert seine schlaflose Nacht
Miet-Wut in München: So watscht Ude Ministerpräsident Söder ab
Miet-Wut in München: So watscht Ude Ministerpräsident Söder ab

Kommentare