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Monsignore Kellermann ist tot: Ein Anker, auf den sich viele verlassen konnten

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Von: Peter T. Schmidt

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Monsignore Herbert Kellermann
Im Alter von 81 Jahren gestorben: Monsignore Herbert Kellermann. © Reinhard Kurzendörfer

Nach 81 Jahren endete das beeindruckende Leben von Monsignore Kellermann. Für kommende Woche ist ein Rosenkranz und ein Requiem geplant.

München - Er hat das Leben der Truderinger Pfarrgemeinde St. Peter und Paul und des ganzen Viertels geprägt wie kein anderer und sein Leben ganz in den Dienst seiner Mitmenschen gestellt. Jetzt ist Monsignore Herbert Kellermann im Alter von 81 Jahren gestorben.

Trudering: Monsignore Kellermann begleitete 825 Hochzeiten

Gut 45 Jahre lang war Herbert Kellermann in St. Peter und Paul tätig. 1970 begann er als Kaplan in der Riemer Filialkirche St. Martin, 1975 übernahm der gebürtige Münchner als damals jüngster Pfarrer Münchens die Leitung der gesamten Pfarrei. Als er 2015 in den Ruhestand ging, legte er eine denkwürdige Bilanz vor: Er diente unter vier Bischöfen von Kardinal Döpfner, der ihn weihte, bis zu Kardinal Reinhard Marx, feierte 2141 Taufen und 825 Hochzeiten und begleitete 3372 Menschen auf ihrem letzten Weg. Und er erlebte einen Stadtteil im Wandel – vom Dorf über ein zunehmend von Fluglärm geplagtes Areal bis zum explosionsartig wachsenden Viertel nach dem Wegzug des Flughafens 1992.

Kellermann bekam viel Anerkennung für sein Lebenswerk

Kellermann, dessen Blick stets auf die Menschen gerichtet war, blieb in diesem Wandel ein Anker, auf den sich viele verlassen konnten, und er griff gestaltend ein, wo ihm das möglich war. Die Erweiterung des Riemer Friedhofs geht maßgeblich auf sein Engagement zurück. Chor und Gemeindeleben, die er auf- und ausbaute, halfen bei der Integration der zahllosen Neubürger. Die Kirche würdigte Kellermanns unermüdliches Engagement mit dem Ehrentitel „Geistlicher Rat“, 2018 in Anerkennung für sein Lebenswerk mit dem Titel eines Päpstlichen Ehrenkaplans („Monsignore“). Die Stadt verlieh dem rührigen Seelsorger 2015 die Medaille „München leuchtet“ in Silber, der Diözesan-Caritasverband bedachte ihn mit der Pater-Rupert-Mayer-Medaille in Gold.

Als größte Auszeichnung empfand es Kellermann jedoch, dass sein Rat und sein seelsorgerischer Beistand auch im Ruhestand weiterhin gefragt waren – im Dominikanerinnenkloster Polling bei Weilheim, wo er wohnte und das örtliche Hospiz betreute, ebenso wie in der alten Pfarrei, wo er immer wieder Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen abhielt. Noch zwei Wochen vor seinem Tod hielt Kellermann einen Gottesdienst in der Kirche, die ihm so lange Heimat war.

Rosenkranz und Requiem für Kellermann geplant

Seit 2005 gesundheitlich angeschlagen, hat sich Kellermann nie geschont. „Wenn man im Hospiz nach ihm verlangte, ist er auch um vier Uhr morgens aufgestanden“, berichtet ein Vertrauter.

In der Nacht zum 1. Oktober brach der Seelsorger vor seinem Bett zusammen. Er starb im Krankenhaus Murnau. Zum Abschied von Monsignore Herbert Kellermann hält die Pfarrei St. Peter und Paul am Donnerstag (13. Oktober, 19 Uhr) einen Rosenkranz ab. Am Freitag (14. Oktober) beginnt in der Pfarrkirche um 9 Uhr ein Requiem, gefolgt von einem Trauerzug zum Friedhof Riem, wo die Beisetzung erfolgt.

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