Strecke ein Schwarzbau?

Unzumutbarer Lärm: Anwohner klagen gegen die Bahn

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Anwalt Matthias Möller-Meinecke mit den beiden Truderinger Klägerinnen.

München - Bis sie wegzog, donnerten täglich 92 Güterzüge über die Bahnstrecke. Jetzt gab die ehemalige Eigentümerin einer Wohnung in Trudering ein Gutachten in Auftrag und klagt gegen die Deutsche Bahn.

Dieser Lärm! Michaela Hornung (41) hielt es nicht mehr aus. Sie verkaufte ihre Eigentumswohnung in der Bistritzer Straße in Trudering und zog mit ihrer Familie nach Feldkirchen. Denn täglich donnerten dort vorher 92 Güterzüge über die Bahnstrecke.

Weil ein Gutachten ergab, dass die Lärmwerte in dem Mischgebiet (Privatwohnungen und Industrie) höher sind als erlaubt, reichte Hornung Klage ein – gemeinsam mit drei anderen Eigentümern. Eine von ihnen ist Brigitte Jais (64), sie lebt noch in dem Haus. „Im Sommer kann man kaum die Fenster öffnen“, sagt sie. „Unser Leben ist erheblich beeinträchtigt.“

Etliche Nachbarn ließen sich eine Abfindung zahlen, nicht aber Hornung und Jais. Ihre Klage gegen die Deutsche Bahn Netz AG vertritt Anwalt Matthias Möller-Meinecke, der auf Bahnlärm spezialisiert ist. Sein Ziel: eine Unterlassung. Wenn das Oberlandesgericht dem stattgibt, dürfte die Bahn in Trudering wohl nur noch Schrittgeschwindigkeit fahren. Die Strecke ist laut Möller-Meinecke ein Schwarzbau.

Dass sie wegen das Lärms ganz dicht gemacht wird, ist aber unwahrscheinlich, ließen die Richter am Mittwoch durchklingen. Das Urteil steht noch aus.

Andreas Thieme

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