Trümmerbruch! Ski-Arzt Dr. Münch landet im OP

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Persönliche Diagnostik: Dr. Ernst-Otto Münch erklärt, was bei seinem Vier-Meter-Sturz vom Hausdach alles zu Bruch gegangen ist

München - Während heuer auf der Streif in Kitzbühel alle Rennläufer heil ins Ziel kamen, verunglückte ausgerechnet der Mann, der schon fast alle Wintersport-Legenden zusammengeflickt hat.

Es war einer dieser Unfälle, die nach der berüchtigten Ironie des Schicksal klingen: In Kitzbühel bretterten die Skirennläufer mit halsbrecherischem Tempo über die „Streif“ – Gott sei Dank kamen heuer alle heil ins Ziel. Stattdessen verunglückte ausgerechnet ein Mann, der in seiner langen Karriere so ziemlich jede deutsche Wintersport-Legende schon mal zusammengeflickt hat: Dr. Ernst-Otto Münch. Der Mannschaftsarzt des deutschen Skiteams stürzte vom Dach: Dabei zog er sich einen Trümmerbruch im Handgelenk zu.

Normalerweise stehen auf seinen Krankenakten Namen wie Rosi Mittermaier, Maria Höfl-Riesch oder Georg Hackl. Neuerdings muss sich Münch seine eigenen Röntgenbilder anschauen. Jetzt übernahm die tz die Visite in der Sendlinger OCM-Klinik. Erste Frage an den Patienten im weißen Kittel: Wie haben Sie das denn angestellt, Herr Doktor? „Ja mei“, ­erzählt Münch schmunzelnd, „die meisten Unfälle passieren ja bekanntlich bei der Hausarbeit. Das hab’ ich jetzt leider am eigenen Leib erfahren.“

Münchens kuriosester Arztbericht im Einzelnen: Münch, der heuer nicht mit nach Kitzbühel gereist war, hatte es sich daheim in Garmisch-Partenkirchen gerade auf dem Sofa bequem gemacht. Er wollte den Weltcup im Fernsehen verfolgen – doch plötzlich funkte die Satellitenantenne dazwischen: Störungsmeldung – kein Empfang mehr. „Ich dachte, es liegt am Schnee. Also habe ich schnell eine Leiter geholt und bin aufs Dach geklettert, um die Schüssel sauberzumachen.“

Als Münch auf den obersten Sprossen steht, gerät er plötzlich in die (Mause-)Falle: Die Leiter rutscht weg. Er stürzt aus vier Metern Höhe auf den Boden. Münch landet zunächst auf den Füßen, fällt dann auf seinen rechten Arm. Dabei zieht er sich „nur“ einen Trümmerbruch zu. Der Arzt weiß: „Dieser Unfall hätte weitaus schlimmer ausgehen können.“ Eine Operation blieb der Knochen-Koryphäe trotzdem nicht erspart – ein Fall für seine Kollegen in der OCM-Klinik.

In der Skifamilie hat der Patient Münch übrigens regelmäßig Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch: mit dem Vater von Weltcup-Ass Fritz Dopfer junior. „Den Fritz hat’s im Herbst erwischt“, berichtet Münch. „Er ist vom Kirschbaum gefallen und hat einen offenen Unterschenkelbruch erlitten.“

Andreas Beez

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