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Giesinger Geduldsspiel: Noch immer keine Klarheit zum Umbau des Grünwalder Stadions

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Von: Klaus Vick

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Die Spieler von 1860 München und vom FC Bayern wärmen sich vor den leeren Zuschauertribünen auf.
Das Grünwalder Stadion soll umgebaut werden. Doch so recht geht nichts voran bei der Planung des Giesinger Fußballtempels. © Matthias Balk/dpa

Beim Ausbau des Grünwalder Stadions in Giesing geht nichts voran. Die CSU hakt bei OB Dieter Reiter nach. Der Fußball-Tempel soll komplett umgebaut werden.

München - Warum geht nichts voran beim von der Stadt beabsichtigten Ausbau des Grünwalder Stadions? Das fragen sich viele Münchner und insbesondere die Löwenfans. Auch die Stadtrats-CSU hakt nun in einer Anfrage an OB Dieter Reiter (SPD) nach. Unter anderem will die Fraktion wissen, wann mit einer Behandlung des Themas im Stadtrat zu rechnen ist.

Zur Vorgeschichte: Bereits im Juli 2019 hatte die Vollversammlung den zweitligatauglichen Ausbau grundsätzlich befürwortet. Basis dieses Beschlusses war eine positive Machbarkeitsstudie des Frankfurter Planungsbüros Albert Speer und Partner. Seit September 2020 gibt es auch einen Vorbescheid der Lokalbaukommission für die Ertüchtigung des Grünwalder Stadions. Mit einer klaren Aussage: Die Überdachung der Tribünen sowie die Erhöhung des aktuell genehmigten Fassungsvermögens von 15 000 auf 18 105 Zuschauer ist planungsrechtlich zulässig.

Grünwalder Stadion: Grünen-Stadtrat beteuert: „Wir stehen nach wie vor zum Umbau“

Im Laufe dieses Jahres wurde von Seiten der Rathaus-Spitze mehrmals eine Behandlung im Stadtrat in Aussicht gestellt: Zunächst für Mai oder Juni, dann für einen Termin noch vor der Sommerpause. Doch die Verwaltung bastelt nach wie vor an einer schlüssigen Vorlage. So sollen offenbar mehrere Ausbauvarianten vorgestellt werden, wovon auch die Höhe der künftigen Stadionmiete für die nutzenden Vereine TSV 1860*, Türk Gücü und dem FC Bayern* II abhängt. Klar ist: je teurer der Umbau, desto höher der Pachtzins. Das Planungsbüro Speer hatte die Umbaukosten für die Arena in Giesing* in seiner Studie auf 30 Millionen Euro beziffert. Eine Summe, die allerdings kaum ausreichen dürfte, wie seit Monaten geunkt wird. Von bis zu 60 Millionen Euro ist die Rede – für einen Komplett-Umbau.

Fehlt also gar der politische Wille der grün-roten Rathaus-Regierung, das Projekt umzusetzen? Sebastian Weisenburger, Grünen-Stadtrat und Vorsitzender des Bezirksausschusses Untergiesing-Harlaching, dementiert: „Nein, wir stehen nach wie vor zum Umbau.“ Laut Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) ist die Beschlussvorlage „seit geraumer Zeit nahezu fertiggestellt“. Problem: „Es fehlt noch die Bestimmung der künftigen Miete.“ Es sei der Wunsch der Vereine gewesen, „dass sie die Mietzahlungen für ihre Planungen kennen“. Diese Kalkulation sei äußerst komplex. Das Kommunalreferat habe hier immer noch Klärungsbedarf mit den Vereinen. Dietl: „Ich hätte mir einen Beschluss im Sommer sehr gewünscht. Die Stadtverwaltung arbeitet weiter mit Hochdruck an einer guten Lösung.“ Klingt so, als würde der Umbau der Kultstätte auf Giesings Höhen ein Geduldsspiel bleiben. KLAUS VICK

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