Haarsträubende Szenen

Eskalation in Asyl-Unterkunft am Brucker Fliegerhorst: Polizei muss anrücken

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Beobachter warnen seit Ende vergangener Woche vor einer Eskalation in der Asyl-Unterkunft am Fliegerhorst. Am Dienstagnachmittag nun kam es tatsächlich (und erneut) zu tumultartigen Szenen mit Streit, Gebrüll und hysterischen Zusammenbrüchen. Die Polizei schritt ein.

Fürstenfeldbruck – Beobachter warnen seit Ende vergangener Woche vor einer Eskalation in der Asyl-Unterkunft am Fliegerhorst. Am Dienstagnachmittag nun kam es tatsächlich (und erneut) zu tumultartigen Szenen mit Streit, Gebrüll und hysterischen Zusammenbrüchen. Die Polizei schritt ein.

Zuletzt war die 1100 Plätze umfassende Unterkunft nur dünn belegt. In den für je sechs Personen ausgelegten früheren Militär-Stuben wohnten daher in der Regel immer nur zwei Leute. Am Dienstag nun wurden erneut Flüchtlinge aus Ingolstadt nach Bruck verlegt. Diesmal kamen keine einzelnen Männer, sondern Paare vorwiegend schwarzafrikanischer Herkunft. Auf einen Schlag mussten 90 Menschen untergebracht werden.

Das zentrale Problem nun: Die schon in der Unterkunft lebenden Bewohner wollten eine Nachverdichtung ihrer Stuben nicht akzeptieren. Sie wehrten sich mit aller Macht dagegen, dass neue Flüchtlinge mit in ihre Zimmer ziehen. Die Polizei musste anrücken. Kurzzeitig sei überlegt worden, zur Befriedung der Situation die Neuankömmlinge in einem großen Saal unterzubringen, erzählte ein Sprecher auf Nachfrage. Das aber wäre einer Kapitulation gleich gekommen – und wäre ja auch keine dauerhafte Lösung gewesen, zumal auch Kinder und vor allem viele Schwangere unter den Neuankömmlingen waren.

Also begann die Polizei, die Nachverdichtung durchzusetzen. Dabei sei es zu schier unglaublichen und haarsträubenden Szenen mit Gebrüll, hysterischen Ausbrüchen und wüsten Beschimpfungen (soweit verständlich) gekommen, schildert der Polizeisprecher. Nur mit viel Geduld und vielem Zureden – ein Problem ist immer die Sprachbarriere – sei es gelungen, die Flüchtlinge unterzubringen. Ein Asylbewerber erhielt Hausverbot. Einer anderer wurde in Gewahrsam genommen. Der Polizeisprecher warnt: Die Unterkunft gleicht einem Pulverfass.

Am Dienstagabend hatte auch Brucks Integrationsreferent Willi Dräxler (BBV) im Stadtrat mahnende Worte gefunden, weil Nigerianer aus Manching nach Bruck umziehen mussten. „Es geht drunter und drüber“, sagte er. Die Caritas müsse teils Beratungen abbrechen. Die betreffenden Flüchtlinge hätten keine Perspektive, dürften nicht arbeiten. Dräxler glaubt, dass sie jahrelang in Bruck bleiben werden, weil Abschiebungen nach Nigeria kaum durchführbar seien. „Das wird sich auf die Stadt auswirken.“

Die zuständige Regierung von Oberbayern betont, dass aus organisatorischen Gründen immer wieder Änderungen der Belegungen nötig seien. Die Zuwächse in Bruck beruhten auf Neuzugängen und auf Verlegungen vom Standort Manching/Ingolstadt, die einer – soweit möglich – etwas ausgewogeneren Verteilung dienten. Im Transitzentrum Manching/Ingolstadt seien derzeit 1200 Personen untergebracht – wesentlich mehr als in Fursty. Hier leben derzeit nicht ganz 700 Flüchtlinge. In Manching war es zuletzt ebenfalls zu problematischen Entwicklungen gekommen. Unter anderem versuchten Flüchtlinge, bei der Taschengeldausgabe gewaltsam in den Raum der Verantwortlichen einzudringen.   st/rat/Video: Glomex

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