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Tunnel Englischer Garten in München: Initiatoren wollen weiter kämpfen - BA-Chef kritisiert die Stadt

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Von: Sascha Karowski

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Die Bildkombo zeigt links ein Foto des „Mittleren Rings“, einer vierspurigen Straße, die bisher im Norden von München (Bayern) den Englischen Garten durchquert. Rechts ist die Computergrafik eines Münchner Architektenbüros zu sehen, auf der die Straße in einem Tunnel verläuft.
Die Bildkombo zeigt links ein Foto des „Mittleren Rings“, einer vierspurigen Straße, die bisher im Norden von München (Bayern) den Englischen Garten durchquert. Rechts ist die Computergrafik eines Münchner Architektenbüros zu sehen, auf der die Straße in einem Tunnel verläuft. © Grub-Lejeune

Schwabinger Viertelpolitiker und das Ehepaar Hermann Grub und Petra Lejeune wollen weiter für einen Tunnel unter dem Englischen Garten kämpfen. BA-Chef Patric Wolf wird an OB Dieter Reiter schreiben, Grub und Lejeune planen eine Petition an den Landtag.

München - Der Kampf um den Tunnel am Englischen Garten geht weiter. Viertelpolitiker des Bezirksausschusses Schwabing-Freimann und das Architektenehepaar Hermann Grub und Petra Lejeune wollen das Projekt noch nicht begraben. Ein Brief an OB Dieter Reiter (SPD) soll helfen. Außerdem prüfen die Initiatoren eine Petition für den Bayerischen Landtag.

Tunnel Englischer Garten: Stadtrat stimmte 2017 für das Projekt, 2022 nicht mehr

2017 hatte der Stadtrat einmütig für das Projekt gestimmt. Das Baureferat nahm seine Arbeit auf und kam im Rahmen der Voruntersuchungen im November vorigen Jahres zu dem Schluss, dass für den Tunnel 890 Bäume statt der ursprünglich geplanten 550 gefällt werden müssten. Die Reihen der Fürsprecher lichteten sich – bis hin zur finalen Entscheidung der Mehrheitsfraktionen von Grünen und SPD im März, die Planungen nicht weiter zu verfolgen.

Just über die Genese dieser Entscheidung ist nun auf Ebene des Bezirksausschusses ein Streit entbrannt. Das Gremium fühlt sich übergangen. Gegenüber BA-Chef Patric Wolf (CSU) hatte das Baureferat in einem Schreiben mitgeteilt hat, dass eine Beteiligung der Viertelpolitiker an einer Entscheidung nicht mehr zielführend sei, da Grüne und SPD, also die Stadtratsmehrheit, das Projekt bereits beendet haben. „Das ärgert mich“, sagt Wolf. „Das Projekt wird eingestellt, ohne den BA und die Öffentlichkeit zu beteiligen.“ Das Gremium habe auch nie Einsicht in die Pläne erhalten, unklar sei für Wolf daher, wie die Zahl von 890 Bäumen zustande kam. „Wenn das Projekt so schrecklich ist, dann zeigt uns die Pläne.“ Genau das möchte er nun im Brief an OB Reiter einfordern.

Tunnel Englischer Garten: BA-Chef Patric Wolf kritisiert, dass der BA nicht beteiligt wurde

Im Raum steht für Wolf die Frage, ob der BA nicht hätte angehört werden müssen. Wolf bejaht das. Allerdings gibt es keinen Stadtratsbeschluss, keine Beschlussvorlage für ein Planfeststellungsverfahren. Das Projekt ist formal bisher nicht über den Status politischer Willensbildung bei Grünen und SPD hinaus gekommen. Zumindest der BA hat nun beschlossen, ein Planfeststellungsverfahren einzuleiten.

Stichwort: Willensbildung. Grub und Lejeune hatten 2015 eine Umfrage organisiert, wonach sich 83 Prozent der Teilnehmer für den Tunnel ausgesprochen haben. Der soll 390 Meter lang sein und die Autos auf dem Isarring in die Tiefe verbannen. Seine begrünte Oberfläche würde die beiden Hälften des Englischen Gartens wieder verbinden. Grub und Lejeune haben sich mehr als acht Jahre für den Tunnel eingesetzt. „Jetzt prüfen wir eine Petition an den Landtag“, sagt Grub. Der Kampf geht weiter.

München: Der Tunnel unter dem Englischen Garten soll 200 Millionen Euro kosten

Initiiert hat das Projekt Tunnel Englischer Garten das Schwabinger Architektenpaar Hermann Grub und Petra Lejeune. Zuletzt war von Kosten von rund 200 Millionen Euro die Rede. Der Freistaat wollte 35 Millionen Euro bereitstellen, der Bund 2,67 Millionen Euro für die Planungen. Baubeginn sollte 2023 sein, doch Grüne und SPD entschieden Anfang März, das Projekt einzustellen.

Laut Baureferat hätten 890 Bäume statt der ursprünglich geplanten 550 Bäume gefällt werden müssen. Laut Grub und Lejeune müssten aber nur 368 Bäume gefällt werden. Wie valide diese Zahlen sind, ist aber unklar.

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