So soll das Tunnel-Projekt am Englischen Garten umgesetzt werden

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Die Planer Toni Hansjakob (l.)und Helmuth Ammerl (2. v. l.). Daneben die Planer: Petra Lejeune und Hermann Grub (r.). Lutz Spandau (2.v.r) von der Allianz Umweltstiftung.

München - Ein Tunnel unter dem Englischen Garten: Anfangs war es noch der Traum eines Architekten-Ehepaares, inzwischen hat sich in Sachen Planung und finanzierung einiges getan. Wie das Bauprojekt umgesetzt werden soll:

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Als das Architektenehepaar Petra Lejeune und Hermann Grub im Frühjahr 2010 mit ihrer Idee für die Untertunnelung des Isarrings im Englischen Garten auftraten, wurden sie als Traumtänzer belächelt. Heute würde man die beiden respektvoll als Visionäre bezeichnen, denn im vergangenen Jahr haben sie einiges bewegt. Grub/Lejeune nämlich beschränken sich nicht, wie andere Bürgerinitiativen, auf eine laut vorgebrachte Forderung, sondern sie haben für ihr Projekt – das immerhin 50 bis 60 Millionen Euro kosten wird – hochkarätige Mitstreiter gefunden. Am wichtigsten war zunächst das Engagement der Allianz Umweltstiftung, die 150 000 Euro für eine Machbarkeitsstudie beisteuert. Am Donnerstag nun stellte Hermann Grub die ausführenden Büros vor: Für die Prüfung der Tunnelplanung übernimmt das Unternehmen Obermeyer, die Oberflächenbereich wird von den Landschaftsarchitekten Gottfried und Toni Hansjakob bearbeitet.

Die Planer

Helmuth Ammerl gehört zum Münchner Unternehmen Planen + Beraten Obermeyer, das weltweit tätig ist, aber auch daheim: Obermeyer mischt auch beim Projekt Ringtunnel am Luise-Kiesselbach-Platz mit und war an der Oberflächen­gestaltung des Tunnels an der Richard-Strauss-Straße beteiligt. „Wir sind schon mitten in der Prüfung”, so Ammerl. Er hat sich bereits sämtliche Pläne des Isarrings beschafft, der in den 60er-Jahren durch den Englischen Garten geschlagen wurde. Am Ende der Machbarkeitsstudie soll eine Hauptvariante stehen, und falls die zu teuer wird, ein Plan B. Der Tunnel selbst wird 300 bis 350 Meter lang, plus 100 bis 150 Meter Rampe auf beiden Seiten (Biedersteiner Unterführung und Kennedy-Brücke). Bedeutsam wird auch die Erschließung von Seehaus, Hirschau und der weiteren Gebäude: Ob das durch Tunnelabfahrten oder oberirdisch passiert, ist offen.

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Bei der Oberflächen­gestaltung kommen die renommierten Landschaftsarchitekten Hansjakob ins Spiel: Der Lauf der zwei Bäche möglichst auf der Tunneldecke, die Bepflanzung und Wegführung sind ihre Sache. Gottfried und Toni Hansjakob haben u. a. das Gelände um die Staatskanzlei und das Projekt ­Königinstraße betreut..

Die Visíonäre

Petra Lejeune und Hermann Grub verstehen es, Menschen von einer Idee zu begeistern. Die Nachricht vom täglichen Stau bei der Einmündung der Ifflandstraße (nach Fertigstellung des Richard-Strauss-Tunnels) brachte die Wahl-Schwabinger auf ihre Tunnelvision: sechsspurig unten durch. Es folgte der Name der Bürgerinitiative „Ein Englischer Garten”, denn nach vier Jahrzehnten Trennung sollten der Nord- und Südteil des „weltweit einzigartigen Parks” wieder zusammengeführt werden. Gerade wegen der Bedeutung des Projekts für das „Kulturgut Englischer Garten” hofft Grub auf Berücksichtigung in Sonderprogrammen und Bezuschussung aus verschiedenen Töpfen.

Die Finanzierer

Lutz Spandau von der Allianz Umweltstiftung, die 150 000 Euro für die Machbarkeitsstudie zahlt, unterstreicht die Grenzen des privaten Einsatzes, der hier mit hoher Professionalität geleistet werde: „Irgendwann schlägt die Stunde der Politik.” Im Juni soll das Ergebnis der Studie vorgestellt werden. „Es gibt eine Verfallszeit für Großprojekte.” In etwa zwei Jahren sollten Stadt und Land eine klare Aussage treffen: Ja oder Nein. Er kann sich vorstellen, dass, Beispiel Pinakothek der Moderne, ein Prozentsatz der Kosten aus Spenden kommt und der Rest öffentlich finanziert wird. Es gebe ja kerngesunde Betriebe in der Stadt: „Freude am Fahren ist doch schöner als Stehen im Stau.”

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