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TV-Star Enrico de Paruta: Horror-Start in den Urlaub

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Enrico de Paruta wollte mit einer Condor nach Mallorca fliegen - es war kein guter Start in den Urlaub.
Enrico de Paruta wollte mit einer Condor nach Mallorca fliegen - es war kein guter Start in den Urlaub. © dpa

Enrico de Paruta wollte am Dienstag Morgen nach Mallorca fliegen, ein bisserl ausspannen.

Doch es wurde ein Horrorstart, den der beliebte HörfunkModerator so schnell nicht vergessen wird.

Um 6.15 Uhr sollte die Boeing 757-300 der Condor mit 256 Passagieren von München nach Palma de Mallorca abdüsen. Paruta saß in der ersten Reihe. „Wir waren auf der Rollbahn, das Flugzeug beschleunigte, konnte aber nicht abheben“, berichtete der 54-Jährige. Der Kapitän habe übers Bordmikro von einer Kleinigkeit gesprochen, die sofort behoben sei. Noch bevor die Maschine stand, schnallte sich Passagierin Serina E. ab und wollte Details erfahren. „Der Kapitän hat von einer Verwaltungssache gesprochen. Das war absolut ungenau“, sagt die 58-Jährige.

Enrico de Paruta berichtet, wie es an Bord weiterging: „Die Purserin ist auf die Dame losgegangen, sie solle keine Panik verbreiten. Im Flugzeug war es mucksmäuschenstill.“ Nachdem der Flieger seine Position erreicht hatte, fragte die Münchnerin erneut nach, und wieder sei ihr die Purserin aggressiv über den Mund gefahren. Der Kapitän habe dann von einem Bremsdefekt gesprochen, der nun repariert werde. „Mir erklärte er, dass von den elf Bremssystemen noch drei funktionieren“, sagt Serina E. Die Frau wollte aussteigen. Als die Flugbegleiter erneut nicht auf die verängstigte Frau eingingen, „habe ich mich eingemischt“, erzählte de Paruta. Was folgte, so der Moderator, sei diese Ansage des Flugkapitäns gewesen: „Ich verstehe Ihre Angst aufgrund der jüngsten Ereignisse, die von den Medien hochgepusht werden.“ Enrico de Paruta stocksauer: „Er meinte damit explizit das SpanAir-Unglück.“

Condor-Sprecherin Nina Kreke erklärte, dass der Pilot aufgrund einer Fehleranzeige bei der Schubumkehr den Rollvorgang abgebrochen habe. Man könne zwar auch ohne diese Bremsunterstützung fliegen, doch der Kapitän wollte auf Nummer sicher gehen. Er habe zudem in einer längeren Ansage das Problem beschrieben. Als er von der verängstigten Reisenden hörte, habe er mit ihr gesprochen. „Sie schien sich beruhigt zu haben“, sagte Kreke und beruft sich auf den Co-Pilot. Dieser will auch nicht das Wort „hochgepusht“ gehört haben.

Um 7.20 Uhr startete die Maschine mit allen Passagieren.

Flugzeug-Katastrophe in Madrid

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Dieses Unglück hatten die Passagiere der Condor-Maschine nach Mallorca immer noch vor Augen: Eine Spanair-Maschine vom Typ MD-82 war am 20. August in Madrid unmittelbar nach dem Start zerschellt und in Flammen aufgegangen. 154 Menschen – darunter eine vierköpfige Familie aus Pullach – kamen ums Leben, 18 überlebten teils schwer verletzt.

Die Unglücksmaschine war nach Angaben der Ermittler ohne ausgefahrene Landeklappen gestartet. Das Alarmsystem im Cockpit versagte. Einige Passagiere hatten vom Piloten verlangt, aussteigen zu dürfen, als erste Probleme auftraten. Er hatte sie nicht gehen lassen. Ein spanischer Ermittlungsrichter hat inzwischen Interpol eingeschaltet. Der Richter will wissen, ob Spanair gegen internationale Sicherheitsvorschriften verstoßen hat.

Quelle: tz

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