TV-Star kämpft für die Buslinie

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Monika Baumgartner legt sich für ihre Mutter Gertraud (83) ins Zeug: Sie fordert eine Beibehaltung der Bushaltestellen Andernacher und Ehrenbreitsteiner Straße

München - Nicht alle Moosacher freuen sich über die verlängerte U3-Linie, die ab Sonntag bis Moosach fährt. Viele Bewohner des Viertels kämpfen für ihre Buslinie.

Es gibt zwar zwei neue Bahnhöfe im Untergrund, dafür aber drei Haltestellen der MetroBuslinien 50 und 51 weniger. Das bedeutet zum Beispiel für die 83-jährige Gertrud Baumgartner, Mama der Volksschauspielerin Monika Baumgartner, eine erhebliche Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit.

Monika Baumgartner, die in diesem Viertel aufgewachsen ist, ist empört über das rücksichtslose Vorgehen der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), die sich für das Anliegen vieler Moosacher im Quartier rund um die Andernacher und Ehrenbreitsteinerstraße nicht interessiert. Bei den Stadtpolitikern haben die Betroffenen – allen voran Wortführerin Baumgartner – auf einer Bürgerversammlung auch auf Granit gebissen. Im grünen Landtagsabgeordneten Martin Runge fand die Schauspielerin jetzt einen kampfgestählten Mitstreiter. Gemeinsam haben sie sich einen Schlachtruf ausgedacht, der am Samstag bei der Demonstration am St. Martinsplatz skandiert wird:

Rot-Grün im Rathaus redet Stuss – Moosach braucht den 50er Bus.

Runge, der mit der Aktion auch seine Parteifreunde im Rathaus attackiert, weist auf die „völlig andere Funktion der Tangentialbuslinie 50“ hin, die nicht durch die U-Bahn ersetzt werden könne. „Es handelt sich nur teilweise um Parallelverkehr“ – damit argumentieren nämlich MVG und Politik. Monika Baumgartner schildert die Lage ihrer Mutter, die zwar gut zu Fuß ist, aber künftig fast einen Kilometer zur U-Bahn laufen müsste. Mit Hallo München trafen sich die beiden an „ihrer“ Haltestelle zum Fototermin.

Impressionen: Die neuen U-Bahnhöfe an der U3

Impressionen: Die neuen U-Bahnhöfe an der U3

Auch Eltern mit Kinderwagen sowie viele Schulkinder aus dem dicht besiedelten Quartier wären die Gekniffenen, so Runge. Gut findet er den Vorschlag der Aktion Fahrgäste, den 50er über Moosach nach Neuhausen zu verlängern und so den Erhalt der Haltestellen Andernacher Straße und Ehrenbreitsteinerstraße zu sichern. Die Demonstranten werden die Feier zur Bahnhofs­einweihung und Streckenverlängerung am Samstag akustisch und optisch untermalen. Um 11 Uhr beginnt am St.-Martins-Platz der Festakt mit OB Ude, Baureferentin Rosemarie Hingerl, MVG-Chef Herbert König und Vertretern von Land und Bund.

Um 13 Uhr geht die U3 in Betrieb. Alle dürfen kostenlos mitfahren. Gefeiert wird von 12 bis 17 Uhr an den beiden neuen Bahnhöfen.

BW.

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