Fünf Stunden TV-Störung! Warum's gar so lang gedauert hat

Auch in der Onlineredaktion gab es nur Schnee zu sehen

München - Zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen gab es eine größere TV-Störung in München und dem Umland zu beklagen. Woran lag es? Besteht die Chance auf Schadenersatz? Alle Informationen finden Sie hier.

Es passierte am Freitag gegen 9:30 Uhr: Plötzlich waren hunderttausende Kunden von Kabel Deutschland in München und dem Umland vom TV-Signal abgeschnitten. Viele hatten sich ja Schnee zu Weihnachten gewünscht - aber doch bitte nicht auf dem Fernsehschirm.

Aus Fürstenfeldbruck, Starnberg und Haidhausen wurden von tz-Nutzern bei Facebook rasch Probleme gemeldet. Auch in einem Störungs-Forum beschwerten sich sofort die TV-Nutzer: "Totalausfall Kabelfernsehen" schreibt ein Münchner, Nutzerin Sabrina ergänzt: "MANN, so langsam nervt's!"

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Schließlich ist es nicht die erste Störung in den vergangenen Wochen. Ende Oktober gab es eine, Mitte November eine weitere. In beiden Fällen waren nicht nur die Münchner Kunden, sondern auch viele im Umland ohne Kabel-TV. Eine halbe Million Haushalte war jeweils betroffen.

Auch diesmal war es eine größere Störung. Die traf am Morgen zuerst die Frühstücksfernsehen-Gucker. Doch auch Fans der Telenovela "Rote Rosen" (ARD) und "Sturm der Liebe" (BR) dürften stinksauer sein. Dazu verpassten Zuschauer auch noch das Resultat von "Frauentausch" auf RTL2 sowie TV-Schmankerln wie "Grenzenloser Niederrhein" auf Phoenix und die "Muschelsuche im arktischen Eis"  bei ZDF Info. Und sogar Mozarts "Zauberflöte" auf ZDF Kultur ist verstummt. "Gerade jetzt, wo gleich die ganzen guten Scripted-Reality-Formate anfangen ... Mist!! Wie soll ich jetzt nur weiter verblöden?", witzelte ein User bei merkur-online.

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In einer ersten Stellungnahme von Kabel Deutschland gegenüber tz-online um 11:09 Uhr hieß es, es "stehen Kunden von Kabel Deutschland in München und Umgebung die Dienste Fernsehen, Internet und Telefonie leider nicht zur Verfügung. [...] Zur Erklärung: Das Kabelnetz von Kabel Deutschland in München reicht von Freising im Norden bis Wolfratshausen im Süden, von Germering im Westen bis Erding im Osten."

Strom-Problem als Ursache - 540.000 Haushalte betroffen

Anders als zuletzt wurde offenbar kein Kabel durchgebaggert. "Wir vermuten, dass es sich um ein stromtechnisches Problem handelt", so Sprecherin Kathrin Wittmann um 12:30 Uhr zu tz-online. Bis 13:01 Uhr wurde aus der Vermutung eine Sicherheit: "Störungsursache ist ein Stromausfall in einer Kopfstation. Eine Kopfstation (Headend) versorgt ein Netz von Kabel Deutschland mit TV- und Hörfunksignalen. Kabel Deutschland arbeitet mit Hochdruck an einer Lösung. Das Unternehmen bedauert die Unannehmlichkeiten und entschuldigt sich bei den betroffenen Kunden."

Die Ursache wurde gefunden - aber zunächst nicht behoben! Denn auch über die Mittagspause hatte die Störung Bestand. Bedeutete: Auch Barbara Saleschs Richterspruch, die beliebten Serien "Die Rosenheim-Cops" und "SOKO Kitzbühel" sowie "Das Vierte Lebensberatung" verpassten die jeweiligen Fans. Auch wer Johann Lafers Pfanne ("Die Küchenschlacht", ZDF Neo) brutzeln hören wollte, wurde enttäuscht.

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Behebung erst nach fünf Stunden

Nach fünf Stunden - gegen 14:30 Uhr - tauchte das Bild endlich wieder auf. In einer weiteren Stellungname hieß es: "Dass es in den vergangenen Monaten drei Mal eine Störung im Münchner Kabelnetz gab, ist ein unglücklicher Zufall. Beim ersten Ausfall war Kabel Deutschland nicht verantwortlich, da bei Baggerarbeiten Glasfaserkabel durchtrennt wurden. Die zweite Störung dauerte nur eine Stunde. Ursache war ein defekter Eingangsverstärker."

Auch am Nachmittag immer noch Wackler

Auch am Nachmittag wackelte das Signal noch - ein minutenlanger weiterer Ausfall gegen 15:10 Uhr war die Folge. Ab 15:55 Uhr folgte eine weitere kurze "Schnee-Phase", auch gegen 17:10 Uhr war das Bild für mehrere Minuten weg. Seitdem funktionieren Internet und Telefonie wieder einwandfrei.

Das Unternehmen räumte ein, dass die Störung "außergewöhnlich lange" dauerte. Grund dafür sei gewesen, dass eine spezielle Sicherung ausgetauscht werden musste. “Dies darf nur von einer Elektrofachkraft mit geeignetem Gerät durchgeführt werden“, erklärte Unternehmenssprecherin Kathrin Wittmann. “Im Bereich Internet und Telefonie mussten wir zudem Ersatzschaltungen vornehmen.“

Schadenersatz nicht möglich

Viele fragen sich nun: Bekomme ich Schadenersatz? Kabel Deutschland erklärt: "Schadenersatzansprüche bestehen laut Gesetz nur, wenn wir als Kabel Deutschland den Schaden verschuldet haben. Darüber hinaus müsste der Kunde tatsächlich noch einen konkreten Schaden beziffern und nachweisen. Einen Schadensersatzanspruch für immaterielle Schäden (entgangener Fernsehgenuss, etc.) ist nicht vorgesehen. Wie schon erwähnt, gibt es für Störungen viele Ursachen, auch solche, bei denen Dritte involviert sind. Ein Beispiel hierfür ist, dass beispielsweise ein Glasfaserkabel bei Baggerarbeiten durchtrennt wird."

Waren Sie auch betroffen?

Waren Sie auch betroffen? Schreiben Sie es uns unten oder auf der Facebook-Seite der tz oder des Münchner Merkur - wenn Sie möchten, "liken" Sie uns dort doch gleich.

al.

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