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Mutter tötet Sohn – und dann sich selbst

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In diesem Blechsarg wird der Leichnam des Kindes weggebracht.
In diesem Blechsarg wird der Leichnam des Kindes weggebracht. © Ess

Es ist kurz nach 13 Uhr am Mittwoch, als die Bekannten von Meral G. und ihrem Ehemann die Treppen zur Wohnung des türkischen Ehepaars in Ebersberg hochsteigen.

Sie wollen die 23-Jährige und ihren kleinen, 18 Monate alten Sohn Hasan besuchen. Die Familie wohnt seit zwei Jahren in Ebersberg. Doch niemand öffnet die Tür, in der Wohnung im dritten Stock des Mehrfamilienhauses bleibt es still. Der furchtbare Grund: Meral und ihr Sohn liegen tot auf dem Speicher. Vermutlich hat die Mutter ihr Kind umgebracht und sich dann selbst das Leben genommen.

Es sind nur wenige Stufen von Merals Wohnung hinauf in den Speicher. Weil sie nicht daheim zu sein scheint, steigen die Bekannten auch diese empor. Als sie in den Speicher kommen, finden sie die beiden Leichen. Es ist 13.30 Uhr. Um 14 Uhr gehen Anrufe bei der Polizei und dem Rettungsdienst ein, doch die Sanitäter können nur noch den Tod feststellen, während die Polizisten den Tatort absperren.

Merals 33-jähriger Ehemann ist nicht daheim. Das Kriseninterventionsteam ist zur Stelle, als er erfährt, dass sein einziger Sohn Hasan und Meral tot sind – vermutlich durch die Hand seiner Ehefrau. Auch seine Verwandten, die in der näheren Umgebung wohnen, versammeln sich bald vor dem Haus. Sie wollen ihm in diesen schrecklichen Stunden beistehen.

Die beiden Leichen werden zur Obduktion, die gestern noch durchgeführt werden sollte, in die Rechtsmedizin nach München gebracht. Noch kann ein Gewaltverbrechen nicht ausgeschlossen werden, doch die Polizei vermutet, dass es sich trotz allem um einen erweiterten Suizid handelt. Ein abstraktes Wort für eine schreckliche Wahrheit.

Was ging in Meral G. vor? Warum wählte sie diesen schrecklichen, endgültigen Weg? Fragen, die bis jetzt ungeklärt bleiben, die Motive liegen noch vollkommen im Dunklen.

Katharina Bitz

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