Pfusch beim Bau verursacht teure Straßensanierung

Am Gasteig versinkt der Bürgersteig!

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Die desolate Treppe vor der Gasteig-Bibliothek. Der Geh- und Radweg wird saniert

München - Tief unterm Gasteig ist der Boden nicht ganz dicht. Und das schon seit über 20 Jahren.

Setzungsbewegungen tief im Untergrund machen aus dem Geh- und Radweg vor dem Kulturtempel einen Hindernisparcours, außerdem sackt eine ganze Treppe weg. Jetzt wird der Boden unter dem Gasteig mit Zement geimpft, damit der Weg wieder sicher wird.

An die 27 Jahre ist es her, dass die Bibliothek am Gasteig als erster Bauteil des riesigen Kultur-Komplexes errichtet wurde. Beim Auffüllen der elf Meter tiefen Baugrube nach der Fertigstellung der Kellergeschosse müssen die Bauarbeiter ziemlich gepfuscht haben. Anders kann es sich Ralf Böttcher, Ingenieur und Bautechniker des Gasteigs, die Löcher nicht erklären, die seit rund vier Jahren den Fußgängern, Radlern und natürlich den Betreibern des Gasteigs das Leben schwer machen.

„Immer wieder mussten wir in den vergangenen Jahren Stellen ausbessern, die sich gesenkt hatten.“ Dunkle Asphaltflecken im Pflasterbelag zeugen von diesen ständigen Reparaturarbeiten. Zuletzt musste sogar die Haupttreppe zur Bibliothek gesperrt werden, weil sich zu ihren Füßen der Boden auftat. Jetzt will die Stadt das Problem an der Wurzel packen. „Wir können nicht riskieren, dass sich eines Tages über Nacht ein großes Loch auftut, ein Radfahrer stürzt und sich dabei schwer verletzt“, so Böttcher.

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Ein Geologe untersuchte den Untergrund und machte damit den Weg für eine grundlegende Sanierung frei.

Voraussichtlich vom 13. Juli bis 11. September wird da-rum der Geh- und Radweg zwischen Philharmonie und City Hilton sowie eine Spur der Rosenheimer Straße in diesem Bereich zur Baustelle.

Für 250.000 Euro sollen dabei die Hohlräume unter dem Pflaster mit Beton aufgegossen werden. Dazu müssen im Abstand von je eineinhalb Metern Löcher in den Asphalt gebohrt werden.

Auch die 15 Kastanien zwischen Straße und Gehweg stehen dann auf dem Prüfstand. Es könnte nämlich passieren, dass die Beton-Injektionen das Wurzelwerk der Bäume zerstört. „Wir haben im Prinzip eine Genehmigung zum Fällen aller Kastanien. Wir werden aber von Fall zu Fall entscheiden, ob sie weg müssen“, erklärt Böttcher. Für jede der Kastanien, die wir fällen müssen, würde aber eine neue gepflanzt.

Johannes Welte

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