Angriff auf Zivilpolizisten: Lokführer schreitet ein

München - Die S-Bahn war trotz der frühen Morgenstunde gut gefüllt – und dennoch zeigte nur ein Lokführer Zivilcourage , als ein Oberkommissar (50) von einem rabiaten Jugendlichen angegriffen wurde.

Gemeinsam konnten die beiden Männer der 19-Jährigen bändigen – und gleich noch einen Raubüberfall auf eine junge Frau (20) klären.

Der aggressive Münchner hatte am Dienstagmorgen am Isartor zunächst eine junge Frau überfallen und war mit einer Handtasche als Beute geflohen. Eine Stunde später traf der Räuber in der S-Bahn in Richtung Mammendorf auf den 50 Jahre alten Polizisten in Zivil , der gerade zur Arbeit fuhr. Dabei benahm sich der junge Mann daneben – er stieg mit brennender Zigarette am Leuchtenbergring ein.

Der Beamte forderte ihn auf, mit dem Rauchen aufzuhören. Daraufhin beschimpfte der junge Mann den Oberkommissar. Obwohl er sich als Polizist auswies, ging der Räuber auf ihn los. Er schubste den Beamten, gab ihm eine Ohrfeige. Ein Lokführer, der ebenfalls auf dem Weg zum Dienst war, kam dem Polizisten zur Hilfe.

Am Ostbahnhof schoben die Männer den 19-Jährigen auf den Bahnsteig – und brachten ihn mit der Unterstützung von Bundespolizisten zur Wache. Auch dabei wehrte sich der Bursche, versuchte einen Beamten mit einer Kopfnuss zu verletzen. Anschließend fanden die Beamten bei dem Jugendlichen Teile der Beute, die er zuvor beim Handtaschenraub gemacht hatte. „Dies ist ein gutes Beispiel, dass Beamte auch in ihrer Freizeit für Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr sorgen“, sagt Polizeisprecher Peter Reichl. Allein im vergangenen Jahr gab es 890 so genannte Einschreitfälle von Polizisten, die außer Dienst in S-und U-Bahnen anderen geholfen haben.

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