OB setzt sich dafür ein, dass „Allianz“ auf Wegweiser kommt

Arena-Schilder: Ude will dem FC Bayern helfen

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Die „Allianz Arena“ heißt auf Schildern nur „Arena“ (siehe unten)

München - Münchens neues Fußballstadion fristete bisher ein Dasein der Namenlosigkeit – zumindest auf Straßenschildern. Dort ist nur von der „Arena“ die Rede, der Zusatz „Allianz“ fehlt. Nun naht Hilfe – ausgerechnet von OB Christian Ude.

Bei der Führung des FC Bayern genießt er den Ruf, kein Freund der „Roten“ zu sein. Ude ist nicht nur in der falschen Partei, der SPD, sondern ist auch noch Aufsichtsratsmitglied von 1860. Vielleicht ändern die Bayern-Macher bald ihre Meinung. Denn Ude will ihnen einen lang gehegten Wunsch erfüllen: Wie der Münchner Merkur berichtet, soll sich der Sporttempel in Fröttmaning künftig auch dem Autofahrer mit ganzem Namen erschließen.

Auf den vielen Schildern, die im Münchner Stadtgebiet zum Stadion in Fröttmaning weisen, soll künftig statt Arena der volle Name „Allianz Arena“ stehen

Die mittlerweile wegen der klammen Löwen ausschließlich in Bayern-Hand befindliche Stadion GmbH drang schon seit der Eröffnung 2005 darauf, den ganzen Namen auf die Schilder zu pinseln. Dass der Versicherungskonzern insgesamt 90 Millionen Euro in die Arena stecke, sei da „überhaupt nicht“ relevant gewesen, meint Geschaftsführer Peter Kerspe. „Es geht im Grunde um die Orientierung. Jeder spricht nur über die Allianz Arena.“ Nicht zuletzt gebe es in München ja auch noch ein Grünwalder- und ein Olympiastadion. Offenbar droht Verwechslungsgefahr.

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Er sei ja auch immer für Schilder mit dem vollen Namen „Allianz Arena“ gewesen, versichert Ude. Nur habe er sich nicht gegen die Verkehrsrechtler im eigenen Haus durchsetzen können. Die nämlich hätten auf eine bundesweite Praxis verwiesen: Keine Firmennamen auf Verkehrsschildern! Dass es auch anders geht, hat die Stadt vor zwei Jahren selbst gezeigt: Da eröffnete nur wenige Kilometer von der „Arena“ entfernt die „BMW Welt“.

„Man konnte ja nicht nur ,Welt‘ schreiben“, begründet Ude die Entscheidung und sieht nun „das Dogma der Verkehrsjuristen“ für widerlegt. Erst unlängst ordnete er nach einem Antrag Kerspes an, dass in Zukunft auch die „Allianz Arena“ den ganzen Namen tragen darf – und deshalb die Schilder geändert werden. Rechtliche und bauliche Voraussetzungen werden nun von der Stadtverwaltung geprüft.

Die Änderung werde ja auch nicht viel kosten, ist Ude sicher. Genaue Zahlen kennen er noch nicht. Auch vom zuständigen Baureferat ist derzeit nichts über die Kosten zu erfahren. Auch nicht, wieviel Arena-Schilder auf Stadtgebiet stehen. Klar aber ist: Bezahlen wird die Maßnahme die Stadt – also der Steuerzahler.

Die Sache hat aber noch einen Haken: Udes Anweisung gilt nur für das Stadtgebiet, betrifft vor allem den Mittleren Ring. Für Autobahnen ist die Autobahndirektion Südbayern zuständig. Und die ist anderer Ansicht. „Wir lehnen das ab“, sagt Franz Custodis. Auf der wegweisenden Beschilderung dulde man keine Firmennamen. „Das ist eine Grauzone zur Werbung.“ Die Schilder blieben deshalb ohne „Allianz“. Natürlich sei diese Position mit der vorgesetzten Behörde, dem Bayerischen Innenministerium, abgestimmt. Das steht unter CSU-Führung.

Vielleicht ist das ja der Beginn einer wunderbaren Freundschaft zwischen Ude und dem FCB. „Nun sehen die Bayern mal, dass ich nicht der böse Löwen-Fan im Rathaus bin“, feixt der OB. „Endlich wird jetzt klar, wo der Widerstand herkommt.“

Matthias Kristlbauer

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