tz auf Bairisch

Eine Ausgabe – und so viele Reaktionen

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Ein Mann hält am 20.02.2014 in München eine Ausgabe der tz auf Bairisch in der Hand.

München - Die Reaktionen auf unsere komplett bairische tz-Ausgabe vom vergangenen Freitag reißen nicht ab! Hunderte Leserinnen und Leser und viele prominente Münchner haben sich gemeldet.

Die große Mehrheit fand den Versuch anlässlich des „Internationalen Tags der Muttersprache“ gut – aber es gab auch kritische Stimmen. Wir haben erneut Meinungen zusammengefasst. Lesen Sie auch, was Nockherberg-Fastenpredigerin Luise Kinseher, Schauspieler Max Tidof und der „Schichtl“ Manfred Schauer von dieser einzigartigen Ausgabe halten. Übrigens: Wer die tz auf Bairisch nachlesen will, kann sie downloaden unter www.tz.de/epaper (Ausgabe tz vom 21.2.) für 60 Cent. Erhältlich sind die 32 Seiten auch im iTunes-Store (Zeitungskiosk) für 89 Cent.

Das sagen unsere Leser

Eine gute Idee

Gute Idee, eine Zeitung in Mundart zu verfassen. Eine Wiederholung wäre wünschenswert. Eines meiner Lieblingswörter: „Glump“ für alte, unnütze Sachen.

Marianne Pflügler, E-Mail

Ich danke Ihnen

Was für eine schöne Idee! Ich danke Ihnen! Mein Lieblingswort: „Nosn­ramme“ für Nasenpopel.

Ilona Schmuttermaier per E-Mail

Bewundernswert

Gaaaanz herzlichen Glückwunsch! A bisserl anstrengend vielleicht, zwengs der Gewöhnung beim Lesen, aber bewundernswert mutig und konsequent. Vielleicht verlieren Sie den oan oder anderen verständnislosen Leser, aber unvergleichlich mehr Menschen werden Ihren Mut honorieren. Sauguad!

Tscho Zintl, Krailling

Zeitung ohne Wert

Als Stammleser war ich schon sehr erstaunt, dass Ihre komplette Ausgabe nur auf Bairisch zu lesen war. Für mich als Franke war diese Zeitung ohne Wert. Wenn Sie schon so etwas machen, dann wenigstens nur im Bayernteil.

Gerd Schäffner, Würzburg

Das heben wir uns auf

Das war ein Meisterstück. Einfach bombastisch. Respekt und ein herzliches Vergelt’s Gott, die Ausgabe heben wir uns auf!

Karin Gabler, München 

Mia geht ’s Herz auf

Mia geht jedsmoi ’s Herz auf, wenn si wer für de boarische Sprach stark macht. Es is doch a Kultur, de zugrund geht. Vielleicht war ma in der globalisierten Welt a moi froh, wenn ma no a bissl a sprachliche Hoamat hättn.

Emma Schwarzenböck, Hohenlinden

tz auf Bairisch: Alle Online-Artikel auf einen Blick

A ernsthafte Sprach

Großes Kompliment, auch und gerade wegen der Konsequenz, auch die heikleren Artikel auf Bairisch zu veröffentlichen. Traurig, dass selbst g’standene Bayern offenbar glauben, dass die Themen dadurch lächerlich gemacht werden. Damit lassd se ois genau so ernsthaft und sachbezog’n darstelln, ois wia mim Preissischn.

Thomas Eid per E-Mail

Narrisch gfreit

Mia ham uns narrisch gfreit. Mia ham uns nur gwundert, dass ihr no Leit gfundn habts de des kenna. De hebma auf!

Ingrid und Walter Griebl, München

Zum Schmunzeln

Ja super sog i, gmiatlich und langsamer liest ma halt die tz und schmunzelt dabei. Wenn oana eire Zeitung kaft und nix verstäht, is es a wurscht. Dümmer wird er ja eh net, wenn er oan dog nix verstäht …

Elfi Benz per E-Mail

Jedes Jahr abwechseln

Zünftig is, die Dialektausgabe – nur auf Dauer etwas anstrengend beim Lesen. Mein Vorschlag: Nächstes Jahr zum „Tag der Muttersprache“ – jedes Jahr abwechselnd – eine Seite in einer anderen bayerischen Mundart (Fränkisch, Allgäu-Schwäbisch etc.).

Paul Jörg, Denklingen

I hob so vui glacht!

I hob ma heid zum erstn Moi noch viele Johr wieda de tz kafft und bin dodal begeistert von dera Ausgob. Da Hamma! I hob so vui glacht, dass im Zug glei olle gschaugt hom, und i hob dene nacha die Zeidung zoagt, dass es a seiba kaffa. Jetzda gibts koane mehr – seiba schuid. Oiso a super Sach! Vergelts Gott.

Nadine Kagerer per E-Mail

Anstrengend

Ganz schee anstrengend! Wenn des oiwei so war, dann brauchat ma bloss zwoamoi in da Wocha a Zeitung zum Lesn, damit ma fertig wird. Awa danke für die Idee.

Inge Hösch, Gröbenzell

Denkts Eich nix

I habs zerscht meim Mo net glaum woilln, ois er mid da Zeidung eina kemma is und gsogt hot, ois is heit in Boarisch. I konnts net glaum! So wos Aussagwöhnlichs, des gibt’s hoit bloss bei uns, weil mia tickn anders – und des is schee! De Zeidung von heit werd aufghebt. Wenn unsre zwoa Enkl (7 und 11) gressa san, dan derfan ses lesn. Do bin i heit scho gschpannt, wos do dabei aussa kimmt. Bestimmt gibt’s Leit, de andas denka. Denkts Eich nix, man kanns net am jedn recht macha.

Christa und Eberhard Baumgartner, E-Mail

Großartigs Bladl

De Idää, a Zeidung in Mundart z’ macha, is grandios! So vui Arbad, Respeggd! I hab’s midn greßdn Vagnügn glesn. Es machd manchn reissarischn und ned ganz wahrheidsgemäßn Artiggl wieda guad.

Rudi Irlacher, Surberg

Respekt

Respekt! Des war a moi wos Neis. Dass a Meckara gibt, soi eich net störn. Vo mir aus miassatz ihr an bayerischen Ordn dafir griang.

Leo Fischer, per E-Mail

Erste Reaktionen: So hat die bairische tz eingeschlagen

Und das sagen Münchner Promis zur tz auf Bairisch

Franz Rauch, P1-Chef: Eine Sensation

Das ist das allererste Mal in meinem Leben, dass ich eine Zeitung buchstäblich von vorn nach hinten durchgelesen und nichts ausgelassen habe! Auch Themen, die mich eigentlich nicht interessieren. Einfach nur sensationell!

Luise Kinseher: Bavaria liebt's Bairisch

Luise Kinseher hält die tz auf Bairisch in Händen

„Ich war begeistert von der tz auf Boarisch!“, sagt Luise Kinseher (45). Eine interessante Erfahrung habe die Kabarettistin beim Lesen der Dialekt-Ausgabe gemacht: „Mir ist aufgefallen, dass Nachrichten auf Bairisch viel kürzer und radikaler sind. Wenn du zum Beispiel sagst: Ursula von der Leyen schmeiß zwoa Leit aussi. Punkt. Dann ist das eine klare Ansage, der nichts mehr hinzufügen ist. Da brauchts keine weiteren Worte mehr.“ Die Bavaria vom Nockherberg ist dermaßen begeistert, dass sie sagt: „Am liebsten hätte ich jeden Tag die Nachrichten auf Bairisch. Da wäre dem Bayern die Welt vertrauter.“ Luise Kinseher, aufgewachsen im niederbayerischen Geiselhöring und Preisträgerin der Bairischen Sprachwurzel 2012, hat durch ihre Herkunft freilich einen Vorteil. Die Auszeichnung erhielt sie unter anderem für ihren Dialekt in Fernseh-Interviews auf Mittelbairisch.

Manfred Schauer (Der Wiesn-Schichtl): Stoitz auf Eich

Lieber Bögel Rudi, liebe tz! Des habt’s sauba gmacht. Respekt sog i, i bin stoitz auf Eich! Traut’s Eich nur öffters!

Timothy Peach: Sensationelle Idee der tz

Das war eine sensationelle Idee von der tz!“, sagt Schauspieler Timothy Peach. „Ein wunderschöner, witziger Beitrag zum Tag des Dialekts. Ich bin ein großer Anhänger von Mundart und freue mich selbst stets über Rollen, die ich in Bairisch sprechen darf.“

Max Tidof und Lisa Seitz gfreit’s

„Die tz auf Boarisch – das war eine sehr schöne Idee“, sagt Lisa Seitz. „Meinem Mann Max Tidof, der derzeit in Stuttgart spielt, habe ich gleich morgens angerufen und ihm Auszüge vorgelesen. Sein Kommentar: Was für ein herrlicher Dialekt!“ Auf Bairisch bekommt sogar die Ach-so-öde-Politik wieder menschliche Züge. Wem die Ausgabe keinen Spaß gemacht hat, sollte sich ernsthaft fragen, was ihm im Leben sonst noch ein Lächeln ins Gesicht zaubert.“

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