Autofahrer versucht, Polizisten in Washington zu überfahren

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Danke für die vielen Briefe!

So hat die bairische tz eingeschlagen

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Albert Kaltenhauser (83) und Paul Zellner (76) sind zwei Münchner durch und durch. Sie sitzen regelmäßig am König-Ludwig-Stammtisch im Hofbräuhaus zusammen auf ein Bier.

München - Freitag, 21. Februar 2014: Die erste Ausgabe in 45 Jahren tz, die komplett in Bairisch erschienen ist! Hier wollen wir Ihnen die Reaktionen zeigen.

Freitag, 21. Februar 2014: Die erste Ausgabe in 45 Jahren tz, die komplett in Bairisch erschienen ist! Wir haben den „Internationalen Tag der Muttersprache“ zum Anlass für dieses einmalige Projekt genommen. Und ebenfalls einmalig waren die Reaktionen unserer Leser: So viele Anrufe, Leserbriefe und Kommentare im Internet haben wir noch nie bekommen in der Geschichte unserer Zeitung. Von der großen Mehrheit gab es ein dickes Lob. Aber es gab auch kritische Stimmen, denen das Ganze einfach zu viel war. Hier wollen wir Ihnen diese Meinungen zeigen.

Dieser Text stammt aus der tz-Ausgabe vom Freitag, 21.02.2014, die komplett auf Bairisch erscheint. Die Erklärung dazu lesen Sie hier, mehr Texte finden Sie auf dieser Übersichtsseite.

Die Menschen haben nicht schlecht gestaunt, als sie am Donnerstagabend im Hofbräuhaus die druckfrische Bairisch-Ausgabe als erste überhaupt in den Händen hielten. „Mia san doch alle Bayern! Warum denn nicht auch eine Zeitung auf Bairisch?“ Auch wenn alle einhellig feststellten: Dialekt sprechen und hören ist schon noch mal was anderes als ihn zu lesen. Etwas Außergewöhnliches ist diese tz aber allemal, darüber gab’s keine zwei Meinungen: Ob beim stummen Bewegungskünstler am Platzl, den Bedienungen im Hofbräuhaus oder den alteingesessenen Stammtischlern. Auch Ministerpräsident Horst Seehofer war überrascht, als wir ihm am Abend eine Ausgabe überreicht haben am Rande eines Wahlkampftermins.

Ab heute erscheint die tz wieder wie gewohnt in Hochdeutsch: Wir bleiben eine bayerische Zeitung, die aber jetzt natürlich wieder nach der Schrift schreibt. Uns war klar, dass diese Ausgabe (hoffentlich) niemanden kalt lässt. Wir wollten damit einfach auch ganz bewusst ein Zeichen setzen für unsere Sprache und eine lebendige Dialekt-Diskussion anstoßen.

Für alle, die es gut fanden, freuen wir uns und bedanken uns für den Zuspruch. Und bei denjenigen, denen es überhaupt nicht gefallen hat, hoffen wir, dass sie uns unsere Bairisch-Exkursion aus der Redaktionsstube im Herzen von München nachsehen und verzeihen. Und deshalb wollen wir es bei einem Satz belassen, mit dem sowohl der Bayer- als auch der Nicht-Bayer leben kann: Nix für ungut und samma wieder guad!

Simon Rau, Stefan Dorner

Nachlesen und anschauen

Do legst di nieder: Unsere Bairisch-Ausgabe vom Freitag war tatsächlich in aller Munde. Das Medienecho auf unserer Projekt war riesig. Unter anderem die Die Zeit, der Focus, die Welt, die Passauer Neue Presse und sogar die Bild berichteten in ihren Online-Ausgaben von der Muttersprachen-Zeitung aus München.

Schon am Donnerstagabend sendete das Bayerische Fernsehen ihre Reportage, die Christine Schlech tagsüber bei uns in der Redaktion gedreht hatte. Wer es verpasst hat oder nochmal anschauen will: Der 3-Minuten-Beitrag ist hier in der Mediathek abrufbar. Auch die Kollegen von münchen.tv waren bei uns.

Auch im Radio waren wir super vertreten – und zwar bei 95.5 Charivari, Arabella 105.2 und Gong 96,3

Die tz als E-Paper

Wer die tz auf Bairisch nachlesen will, der kann sie downloaden unter www.tz.de/epaper (Ausgabe tz vom 21.2.) für 60 Cent. Erhältlich sind die 32 Seiten auch im im iTunes-Store (Zeitungskiosk) für 89 Cent.

Kompliment

Die tz lag gefaltet auf dem Beifahrersitz – ich kam gerade vom Flughafen. In einem kleinen Stau las ich die Schlagzeile zur Ukraine „Wer hoit den Wahnsinn auf?“ Der Schlussredakteur muss diesmal ein Bayer gewesen sein, dachte ich mir. Als ich darunter aber „Suiber“ und „gfrein“ entdeckte, war sicher: da steckt System dahinter. Erst als die tz ganz aufgeschlagen war, erhielt ich des Rätsels Lösung. Und ich kann nur sagen: Kompliment!

Silvia Schmidt, München

Machts weida so

Des hod mi heid richtig gfreid das de Zeidung in Boarisch gschriem is. Mancha duad si do vielleicht schwar beim lesn aba des macht nix, i hobs lesn kena und des war fei richtig schee. Machts weida so.

Heidi Hoffmann, Unterschleißheim

I lach me krumm

Ja, waas is denn des? So a nette Idee. I lach me krumm und bucklad, obwois a wirklichs G’fred zum Lesn is. Pfiat Eng und machts’es guad.

Erika Maier, München

Einfach nur klasse

Das war absolut oberaffensupermegageil, heute Eure Ausgabe zu lesen! Ich bin kein gebürtiger Münchner, liebe aber Bayern und fand es einfach nur klasse!

Yvonne Möller per E-Mail

A so a Freid

Aa so a Freid, endlich duads amoi oana und würdigt unsa bayrische Sprach so wia mia des meng. De tz vo heid wearn mia uns bis zu unsam Tod aufpoitn, echt da Hamma. D’Rosi und da Stenz,

Musikkabarettisten aus München

Zu viel des Guten

Ihre komplette Ausgabe in bayrischer Sprache finde ich nicht in Ordnung. Ich bin wirklich sehr heimatverbunden und in München geboren, aber das ist zu viel des Guten. Ein, zwei Seiten hätten sicher genügt. Meine Mutter mit 91 Jahren war nur erleichtert, dass nicht auch noch das Kreuzworträtsel in Bairisch war.

Brigitte Gütlhuber, per Mail

Eine Zumutung

Wir haben eine Zeitung in deutscher Sprache abonniert und keine im Dialekt. Für uns ist die heutige Ausgabe nicht nur eine Zumutung, sondern absolut wertlos.

Ralf Gürtzsch, München

Bayernteil hätt gereicht

Die ganze (!) Zeitung im Dialekt – keine gute Idee! Da sind Sie über das Ziel hinausgeschossen! Der Bayernteil auf Bairisch hätte wirklich gereicht! Beispielsweise sind die Nachrichten über Kiew nun wirklich nicht lustig. Außerdem dürften zu Ihren Lesern nicht nur Bayern gehören.

R. Götschel, per E-Mail

Sakrischen Dank

Oh – mei hob i mir vielleicht heid die Augn griem, do hob i glesn und glesn und denkd do is doch wos verkehrt, ja hom mir den scho an erstn April? Oder wos is do los? Ja bis i dann gschneud hob, um was das do geht. Sakrischen Dank für de guade Idee.

Gabi Koppel, per E-Mail 

Wirkli bärig

De heitige Zeitung is wirkli bärig. Heit braucht ma wenigstns koa denglisch Weatabuach beim Lesn. Hoffentlich nimmt se da BR a Beischbui.

Gerda Radspieler, München

Vogel ogschossn

I les de tz scho so lang wias es gibt. Aba heid habts an Vogel ogschossn! I lach me kaputt mit dera Zeidung, Respekt, dass ihr eich sowas trauts in da heidigen Zeit. I verneig me vor eich, ihr hads de Bestn.

Peter Zehner, per E-Mail

Lächen auf den Lippen

Ihr habt mir heute schon am Morgen ein Lächeln auf die Lippen gezaubert, als ich die tz auf Bairisch gelesen habe. Auch ich als Niederbayerin werde heute etwas länger brauchen zum Lesen, da es ungewöhnlich ist. Mir hat die Zeitung heute viel Spaß gemacht.

Evi Geier, per E-Mail

Großartig, aber schwer

Vielen Dank für die heutige Ausgabe der tz. Eine großartige Idee, die mich aber beim Lesen überfordert. Dialekt reden oder hören ist eine Sache, lesen eine ganz andere. Oiso machts es guat und besserts eich!

Alfred Feik, per E-Mail

Neid der Konkurrenz

Eigentlich entspricht die Abenzeitung meinen Leseerwartungen. Aber ich finde die tz ganz auf Bairisch ganz großartig, preiswürdig und hoch lobenswert! Warum zeigt die AZ nicht soviel Größe, einmal zuzugeben und zu schreiben: „Gratulation an die Kollegen – eine prima Idee“? Nein, im Kulturteil (immerhin) wird jetzt gemäkelt und krankhaft versucht, Gegenargumente zu finden.

Hans-Jürgen Jakobs, München und Hamburg

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