Unsa Bayer da Woch:

Bierig, da Haidn Charly ausm Oktoberfestmuseum

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A oide Maschin: De hoit as Bier schee koid

Minga - I kimm net vo Minga“, sogt da Haidn Charly (63) und wischt si an Bierschaum ob: „I bin a Woidler aus Grafenau.“ Macht aba nix: Da Charly kennt si in Minga und in da Mingara Vergangenheit aus wia kaam a andrer.

Wenn er moi wieda a Gruppn vo Gäst durchs äideste Haus vo da ganzn Stod in da Sterneckerstrass gführt und danoch a Hoizfassl ozapft hot: Na werds oam warm ums Herz: „I bin stoiz drauf, dass i de Leit des ois herzoang derf.“ Er is desmoi unsa Bayer da Woch.

Baut worn is des Haus scho im Johr 1327. Dass es no gibt, ist a großa Glücksfoi. Es hot olle Feia überlebt. Und wias Minga zur Landeshauptstod umbaut ham, hams de kloane Stern­eckerstrass so glassn, wias war. Aa an Zwoatn Wäit­kriag und de Abriss-Wuat danoch hot des verwinklte Heisl überstanden.

A Riesnmassl wars, dass d Edith-­Haberland-Wagner-Stiftung vo da Augustiner-Brauerei as ganze Anwesn kaaft hot. Im September 2005 hams do drin as Bier- und Oktoberfestmuseum eröffnet.

Domois hot der Haidn Charly no bei da Telekom garwad. „A Sportskamerad hod mi draufbrocht“, sogt er übers Museum: „Des hot mi glei interessiert.“ Mitm Bulka Lukas, am Chef vom Museum, hot er si glei vastandn. Der hot Leit braucht, de de Gäst de Ausstellungsstücks erklärn und de Gschichtn dazua erzäin kenna. Do war da Charly grod da Richtige. Wenn Preißn kemma, braucht er a guade Stund fiar a Führung, sogt er. Und: „Fia echte Münchner brauch i länga.“

Zum Vazäin gibts vui. Des geht scho o mit da komischn Grundmauer im Untergschoss, wo ma im Museumsstüberl sei Bier dringa und sei Brotzeit essn ko. Do gibts a Schicht Isarkiesl, dann kimmt a Reih Ziaglstoana, dann wieda Kiesl. „So hot ma aus pura Sparsamkeit baut“, sogt da Charly, „weil de Ziaglstoana so deia warn.“

De Bierkriag do san mehra wia hundat Joah oid.

Wenns ums flüssige Grundnahrungsmittel geht, na draht da Charly richtig auf. Er erzäit de Gschichtn vo Brauer-Dynastien und vom Voikszorn üba gstiegene Bierpreis, wos ganze Wirtsheisa zammghaut und ozündt ham. Dann zoagt da Charly a kloane Maschin her. Es ist a Modell vo da erstn Kältemaschin, de da Carl von Linde 1871 erfundn hot. Des hot die Braukunst revolutioniert. „Jetzt hot ma aa im Somma und Herbst a guats Bier braun kenna“, sogt da Charly.

Wenn er as ganze Haus herzoagt hot, gehn olle wieda ins Stüberl obe, wo da Wirt scho a Brotzeit hergricht hot. A kloans Fassl mit Augustiner zapft da Charly selba o. Und dann freit er si und zoagt de Leit sein Charivari her: „Des san Trophäen vo meim Großvadda. Der is a Jager gwen.“

Mog er denn die Preißn? „Des Schimpfwort kimmt net üba meine Lippn“, sogt da Charly do ganz klar. Weil: „Mia san a gastfreindliche Stod, und des do is a gastfreindlichs Haus!“ Recht hot er.

Da Unfried Eberhard

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