Badeärger um Jens Lehmann

Jens Lehmann

Berg - Ex-Nationalkeeper Jens Lehmann sorgt am Starnberger See für Ärger: Er soll ein Verbot ignoriert und sich respektlos gegenüber einem Werftbesitzer verhalten haben.

Mutproben gehören unter den Jugendlichen am Starnberger See wohl zur Tagesordnung. Nicht nur an den Stegen der Seenschifffahrt, sondern auch von der Nepomukbrücke springen die Halbwüchsigen ins Wasser und spielen dabei mit ihrem Leben. Jetzt sind dort nicht nur die Söhne des Profi-Torhüters Jens Lehmann aufgefallen, sondern auch der ehemalige Nationalkeeper selbst!

Die Nepomukbrücke über die Würm in Starnberg

Da steht unübersehbar schwarz auf weiß: „Es ist verboten, von der Brücke zu springen.“ Trotzdem hüpfen an schönen Tagen bis zu 20 Jugendliche von der Fußgängerbrücke zwischen Strandbad und Erholungsgebiet Percha/Kempfenhausen. Sie unterschätzen die Gefahr, die vom Bootsverkehr ausgeht – und den niedrigen Wasserstand der Würm! „Erhöhte Verletzungsgefahr!“, steht darum auf dem Verbotsschild. Anton Dreher sen. beobachtet das Treiben kopfschüttelnd. Ihm gehört die benachbarte Rambeck Werft. Immer wieder warne er die Kinder und Jugendlichen, erklärt Dreher. Er stößt mit seinen Warnungen allerdings auf taube Ohren. Letztens sagte ein erwachsener, lebensmüder Springer zu ihm: „Ja mei, des is halt so pfundig.“ Ein Erwachsener!

Das war aber nichts gegen den Vorfall vor einigen Tagen: Auf einmal sei Ex-Nationaltorhüter Jens Lehmann mit seinen beiden Buben an der Brücke aufgetaucht, erzählt der Werft-Inhaber. Der Fußballstar lebt mit seiner Familie in Berg und suchte offensichtlich ein wenig Abwechslung vom Profi-Geschäft bei seinem derzeitigen Arbeitgeber VfB Stuttgart. Jedenfalls habe er seine Söhne von der Brücke springen lassen – und sie dabei auch noch gefilmt!

Wenn Fußballer ausrasten

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Nachbar Dreher traute seinen Augen nicht. Er hat den Fußballer eindringlich gewarnt– unter anderem habe er ihn auch auf einen Todesfall an dieser Stelle hingewiesen! Und was sagt der Ex-Nationalspieler? „Kinder springt! Meine Kinder sollen Spaß haben“, berichtet Dreher.

Werftinhaber Anton Dreher sen. warnte den Profi – vergeblich

Das von der Stadt Starnberg verhängte Sprungverbot sei ihm „scheißegal“. Obwohl Dreher weiter versucht habe, Lehmann zur Vernunft zu bringen, sei der Profisportler uneinsichtig und unwirsch geblieben. Auf Drehers Drohung, Polizei und Presse zu verständigen, habe Lehmann lediglich erneut erwidert: „Das ist mir scheißegal!“ Auch seine Vorbildfunktion gegenüber den Fans sowie die Fußballanhänger überhaupt seien ihm „scheißegal“, zitiert Dreher den Torwart weiter.

Zudem habe Lehmann den Werftbesitzer angefahren, er möge gefälligst Deutsch mit ihm reden: „Das Bairische versteht ja kein Mensch.“ Lehmann ließ auf Anfrage durch die Pressestelle des VfB ausrichten, dass er keine Stellungnahme abgeben wolle.

Andrea Pientka

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